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Kein Firefox fürs iPhone

Für das iPhone wird es keine Variante des Webbrowsers Firefox geben, weil Apple bei der Entwicklung zu viele Steine in den Weg legt. Das gab der Vorstandsvorsitzende der Mozilla Corporation, John Lilly, bekannt. Sein Unternehmen koordiniert die Arbeit des Open-Source-Projektes, an dem tausende Programmierer mitarbeiten.

Apple muss ein unangenehmer Geschäftspartner sein, wenn es um die Entwicklung von Kernsoftware für das iPhone geht. Das lässt zumindest John Lilly durchblicken, der Vorstandsvorsitzende der Mozilla Corporation, welche die Entwicklung des Webbrowsers Firefox koordiniert. Eine Firefox-Version für das iPhone wird es nicht geben, sagte Lilly in einem Interview mit dem Wired Magazine . Schuld daran sei Apple.

"Apple macht die Entwicklung zu schwer", sagt Lilly. "Sie behaupten, das habe technische Gründe, sie wollten das Nutzungserlebnis [auf dem iPhone] nicht von Außenseitern durcheinanderbringen lassen." Dies sei in Wirklichkeit nur ein geschäftliches Argument von Apple, das als Technikproblem maskiert wird. Lilly lässt sich davon nicht abschrecken. Das iPhone sei zwar sehr einflussreich, aber nur wenig verbreitet. Mozilla konzentriere sich jetzt lieber auf die mobilen Linux-Varianten und seine Arbeit in der LiMo Foundation.

Bisher ist Apples Safari der einzige Browser, der auf dem iPhone funktioniert, und Apple möchte wahrscheinlich daran festhalten. Einen Browserkrieg gab es bereits in den 90er Jahren zwischen dem Firefox-Vorgänger Netscape und dem Internet Explorer. Damals ging es um die Vorherrschaft auf dem PC, denn die Internet-Software mit den größten Marktanteilen bestimmt über die Standards. Webseiten sehen immer mit dem Browser am besten aus, für den sie optimiert sind. Der aktuelle Kampfplatz ist das Mobiltelefon. Wer hier siegt, bestimmt die Standards von morgen. Eine größere Verbreitung würde auch mehr Geld für Mozilla bedeuten, denn 85 Prozent seiner Einnahmen erzielt das Projekt durch Überweisungen von Google.

Die Suchmaschine zahlt dafür, dass sie oben rechts in der Suchbox des Browsers voreingestellt ist. Das bringt Leser auf die Google-Website und damit Werbeeinnahmen. Auch Amazon und Yahoo sind im Firefox vorinstalliert. Seit einigen Monaten ist die Mobilvariante Mozilla Fennec in der Entwicklung, die für alle Handy-Betriebssysteme portiert werden soll, nur eben nicht auf das iPhone. Am weitesten entwickelt ist die Version für die Linux-Tablets von Nokia, aber auch Windows Mobile macht Fortschritte. Erst vor wenigen Tagen wurde eine neue Fennec-Version zum Download bereitgestellt, bei der die Bedienoberfläche wieder komplett überarbeitet wurde.

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