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Apple erhöht Euro-Preise

10.03.2015 | 14:38 Uhr |

Die Zeiten, in denen man den Preis eines Apple-Produkts in US-Dollar einfach 1:1 in Euro umrechnen konnte, sind vorbei. Zeit für letzte Schnäppchen bei Mac Mini, iMac und Mac Pro.

"Ab 349 US-Dollar" werde die Apple Watch kosten, versprach Tim Cook bereits im September vergangenen Jahres. Das Versprechen konnte Apple halten, allenfalls die Preise für die höherwertigen Modelle lassen potentielle Käufer verzweifeln. Noch im September 2014 konnte man optimistisch sein, dass ein Preis in US-Dollar auch in Euro gelten würde und dann schon inklusive Mehrwertsteuer, die in den USA ja noch dazu kommt. Die Apple Watch wird in Deutschland aber nun ab 399 Euro kosten, die neuen Macbooks sind nicht für 1.299 und 1.599 erhältlich – was sie in US-Dollar kosten – sondern für 1.449 und 1.799 Euro. I m Detail besser ausgestattet, werden in Euro auch Macbook Air und Macbook Pro teurer .

Grund ist der relativ schwache Euro, der in den letzten Monaten massiv gegenüber dem US-Dollar verloren hat. An den Devisenmärkten kostet der Euro derzeit nur noch 1,08 US-Dollar, am 9. September 2014, der Erstvorstellung der Apple Watch, war der Euro noch 1,23 US-Dollar wert und heute vor einem Jahr noch 1,30 US-Dollar. Apple baut bei seiner Preisfestlegung einen gewissen Puffer ein, der Währungsschwankungen ausgleichen soll, bei stabilen Währungen wie dem Euro, der nur über längere Zeitskalen schwankt, ist eine Anpassung daher nur alle paar Jahre notwendig. Das ist eben jetzt wieder der Fall und weitere Apple-Produkte werden folgen. Zuletzt gab es Preisanpassungen nur bei Modellwechseln, wie es jetzt eben mit Macbook Pro und Macbook Air der Fall ist.

Zwar ist man nicht davor gefeit, dass Apple "im laufenden Betrieb" die Preise erhöht, sicher sein kann man aber nicht. Zuletzt hatte Apple allenfalls die Euro-Preise außerhalb von Produktwechseln nach unten angepasst, als der Dollar an Wert verloren hatte. Relativ sicher sein kann man auch, dass der Euro trotz der Gegenmaßnahmen der EZB gegen die drohende Deflation keinen Sturzflug hinlegt, wie es etwa dem Rubel geschieht. Den Handel in Russland hatte Apple zeitweilig ausgesetzt, um die Preise neu zu justieren, mittlerweile hat der russische Apple Store Online wieder geöffnet. Die neuen Macbooks kosten dort derzeit 99.990 und 122.990 Rubel , weitere Anpassungen sind nicht auszuschließen.

An der Europreissschraube drehen wird Apple vermutlich erst wieder beim nächsten Produktwechsel, im Spätsommer oder Herbst stehen die Renovierung von iMac, Mac Mini und Mac Pro an. Wer also derzeit Bedarf für einen neuen Desktop verspürt und mit der Anschaffung zögert, da man schon in wenigen Monaten zum gleichen Preis ein besser ausgestattetes Modell als heute bekommt, mag irren. Einen neueren Prozessor, eventuell mehr RAM oder SSD und Retina-Dispaly auch für den 21,5-Zoll-Bildschirm werden die iMacs von 2015 gewiss bringen - aber vermutlich auch zu einem signifikant höheren Preis. Gleichermaßen werden auch iPhone und iPad im Herbst vermutlich teurer. Für die Neuanschaffung wäre jetzt also ein günstiger Zeitpunkt. Immerhin besteht beim Blick auf die Fieberkurve der Wechselkurse der letzten Jahre die Hoffnung, dass der Euro gegenüber dem US-Dollar auch mal wieder an Wert zulegen wird. Das freut dann den Mac-Käufer, aus dem Euro-Raum exportierende Unternehmen eher weniger.

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