Nach Kritik

Apple lenkt in Sachen Umweltschutz ein

Montag den 16.07.2012 um 12:30 Uhr

von Benjamin Schischka

Nun doch wieder dabei bei EPEA: Apple
Vergrößern Nun doch wieder dabei bei EPEA: Apple
© Apple
Als Apple vor einer Woche dem Umweltsiegel EPEAT den Rücken kehrte, war der Aufschrei groß. In einem offenen Brief versprach der Konzern nun doch wieder mitzumachen.
Letzte Woche berichteten wir über die Entscheidung von Apple, dem Umweltsiegel EPEAT den Rücken zu kehren . Design war dem Konzern offensichtlich wichtiger als der Umweltschutz – denn EPEAT sieht unter anderem vor, dass Anwender umweltverträgliche Materialien selbst von giftigen trennen können. Bei iPad und den ultraflachen Notebooks ist der Akku jedoch fest verbaut. Apple nahm darum all seine 39 Produkte aus der Umwelt-Bewertung. Nicht nur bei unseren Lesern sorgte der Schritt für Entrüstung.

In einem offenen Brief versprach nun Senior Vice President der Hardware-Entwicklungs-Abteilung von Apple, Bob Mansfield, zu EPEAT zurückzukehren. Vielleicht hat dabei nicht nur die Entrüstung der Anwender gesorgt, sondern auch die Tatsache, dass viele Regierungsorganisationen und Bildungseinrichtungen in den USA ausschließlich oder fast ausschließlich Hardware mit EPEAT-Siegel kaufen.

Wir haben für Sie das englische Original des Briefes übersetzt:

Kürzlich haben wir von vielen loyalen Apple-Kunden erfahren,
dass sie enttäuscht seien, weil wir unsere Produkte aus dem
EPEAT-System genommen haben. Ich merke, dass dies ein Fehler war.
Ab heute werden alle Apple-Produkte wieder mit EPEAT bewertet.
 
Es ist wichtig zu wissen, dass unsere Bemühungen
zum Umweltschutz sich niemals geändert haben und sie auch heute
noch stark wie immer sind. Apple baut Produkte, die in der
Industrie am verantwortungsvollsten mit der Umwelt umgehen. Unsere
Entwickler-Teams haben sehr hart gearbeitet, um unsere Produkte
noch umweltverträglicher zu machen und der Fortschritt geht so
weit, dass er von EPEAT noch nicht gemessen wird.
 
Ein Beispiel: Apple ist Vorreiter beim Weglassen
gefährlicher Gifte wie Bromierte Flammschutzmittel und PVC. Wir
sind die einzige Firma, die für jedes Produkt einen
Treibhaus-Bericht abliefert, unter Beachtung des gesamten
Produktzyklus. Und wir lassen Plastik weg, wo immer es geht.
Stattdessen nutzen wir Materialien, die besser wiederverwertbar
sind, länger haltbar und effizienter.
 
Vielleicht noch wichtiger: wir bauen die
energieeffizientesten Computer der Welt und unsere gesamte
Produktlinie übertrifft den Standard ENERGY STAR 5.2. Niemand
anders in der Industrie kann sich damit schmücken.
 
Wir sind der Meinung, dass der Standard IEEE
1680.1 viel strenger sein könnte um die Umwelt zu schützen. Dieser
Standard, auf dem  EPEAT basiert, ist ein wichtiger Gradmesser
für unsere Industrie und die Produkte.
 
Unsere Beziehung zu EPEAT wurde nach diesem
Vorfall noch inniger und wir freuen uns, wieder mit EPEAT zu
arbeiten. Unser Team bei Apple ist dazu da, Produkte zu designen,
auf die jeder Anwender stolz sein kann.
 
Bob

Was sagen Sie dazu? Vorbildlich Reaktion? Scheinheiliger Rückzug? Schreiben Sie uns Ihre Meinung!

Montag den 16.07.2012 um 12:30 Uhr

von Benjamin Schischka

Kommentieren Kommentare zu diesem Artikel (4)
  • mike_kilo 15:05 | 16.07.2012

    von Apple genutzter Kohle-Atomstrom für iCloud

    Äppel nützt nicht nur für seine Consumer-Endprodukte öco-feindliche Strategien, sondern setzt auch auf die Nutzung von längst in Kritik geratenen Energieresourcen für seine Dienstleistungen. Energiewende und Ökostrom ist für die Kalifornier selbst in Europa ein Fremdwort. >

    (....) Laut einem Bericht von Greenpeace soll Apple gemeinsam mit Microsoft und Amazon auf dem letzten Platz in Sachen Umweltfreundlichkeit auf der Liste stehen. Das kalifornische Unternehmen nutzt angeblich 55% Kohle- und 27% Atomstrom zur Versorgung ihrer Server-Felder. (....)
    Apple ist Vorreiter beim Weglassen gefährlicher Gifte wie Bromierte Flammschutzmittel und PVC ....
    nur Schönfärberei. Umweltschutz bedeutet auch konsequente und durchgängige Umsetzung aller Öko-Maßnahmen vom ersten bis zum letzten Glied.

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  • hans10 14:16 | 16.07.2012

    ... Ein Beispiel: Apple ist Vorreiter beim Weglassen gefährlicher Gifte wie Bromierte Flammschutzmittel und PVC ....


    ... wenn im "Billig-Lohn-Land" gefertigt wird, ist das ganze kosten-neutral.

    Wie sieht es aber mit dem Umweltschutz im Billig-Lohn-Land aus?
    Darüber schweigt man zurückhaltend.

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  • deoroller 13:53 | 16.07.2012

    Man muss nicht EPEAT Siegel haben, um Umweltfreundlich zu sein.
    Ein Umweltsiegel kann nicht konsequent sein, sonst würde es dem Geschäft schaden.

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  • mike_kilo 13:05 | 16.07.2012

    der Scheinheilige kehrt zurück!

    Nicht nur bei unseren Lesern sorgte der Schritt für Entrüstung.
    Nö, dass wurde missverstanden. Die bisherige Teilnahme Äppels am EPEAT-Programm war eine reine Farce! Äppel hatte es längst nicht mehr verdient, seine Produkte mit diesem Siegel schmücken zu lassen.

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