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Apple aktualisiert seinen Umweltreport

22.04.2015 | 15:45 Uhr |

Zum heutigen Earth Day legt Apple eine neue Version seines Environmental Responsibility Reports vor - und stellt im App Store zahlreiche Werke zum Thema vor.

"Wir wollen nicht über Klimawandel diskutieren. Wir wollen ihn stoppen." lautet das vorangestellte Motto der 2015er-Version des Environmental Responsibility Reports von Apple . Der Mac-Hersteller hat sich schon länger den Umweltschutz auf die Fahnen geschrieben, Greenpeace-Kampagnen in den frühen 2000er-Jahren mögen die Anstrengungen verschärft haben - mittlerweile ist die Umweltschutzorganisation aber voll des Lobes. Im wesentlichen definiert Apples Umweltschutzbeauftragte Lisa Jackson drei Ziele in dem Report. Apple wolle seinen CO 2 -Verbrauch - und den der von Apple hergestellten Produkte - minimieren, ressourcenschonend herstellen und den Einsatz "grüner" Materialien forcieren.

Apple betont erneut den Einsatz regenerativer Energien, bereits heute würden die Rechenzentren des Unternehmens komplett mit Ökostrom auskommen. Das gelte ebenso in den USA für alle Firmengebäude und die 450 Stores weltweit. Sprich: In seinen über das Land verteilten Solar- und Biogasanlagen produziert speist Apple mindestens so viel Strom ein, wie Rechenzentren und Firmengebäude an anderer Stelle dem Netz entnehmen. Weltweit erreiche man bereits eine Ökostromrate von 87 Prozent.

Gegenüber dem Vorjahr konnte Apple den CO 2 -Fußabdruck seiner Produkte laut Report um sieben Prozent senken, während jedoch in der Produktion fünf Prozent mehr davon anfiel. Grund dafür sei vor allem der größere Ausstoß an Produkte. Dafür habe man weitere Fortschritte beim Recycling gemacht und verbrauche vor allem in China deutlich weniger Frischwasser. Insgesamt sei Apple bei der Messung seines Ausstoßes von klimaschädlichen Gasen auf einen Wert von 34,2 Megatonnen für das gesamte Jahr 2014 gekommen. Für jeden US-Dollar an Umsatz stoße Apple unter 0,2 Kilogramm Kohlenstoffdioxid aus, noch nie war der Wert so niedrig. 2008 lag er noch bei 0,25 Kilogramm pro US-Dollar. Dabei helfe nicht nur eine bessere Energieeffizienz der Produkte, sondern auch eine reduzierte Verpackung. Für die des iPhone 6 benötige man etwa nur noch ein Drittel des Materials wie für das originale iPhone. Damals hatte Apple allerdings auch noch eine Dockingstation mit ausgeliefert, die sich das Unternehmen längst spart.

Auch bei seinem neuen Hauptquartier, das 2016 bezugsfertig sein soll, will Apple Maßstäbe setzen. 95 Prozent des verbauten Materials stammen aus Abbrüchen, die Gemeindebauordnung von Cupertino sieht nur eine Rate von 75 Prozent vor. Auf eine Klimaanlage könne man größtenteils verzichten, so seien die Luftströme vom Gebäude in das Freie und umgekehrt auf optimalen Wärmetransport hin konzipiert. Der Apple Campus 2 soll seinen Strom auch komplett aus regenerativen Quellen beziehen.

Apples Umweltreport stößt aber nicht nur auf Begeisterung. Apple solle den Ball besser ein wenig flach halten, meint etwa ein bekennender Klimaskeptiker als Gastautor für unsere US-Schwesterpublikation CIO . Apple-Chef Tim Cook habe zuletzt ebenso klimaskeptischen Investoren geraten, in andere Firmen zu investieren, wenn ihnen Apples Philosophie nicht behage, kritisiert Chris Taylor und führt die üblichen schalen Argumente der Klimaskeptiker an. Änderung der Temperatur und der chemischen Zusammensetzung der Lufthülle habe es schon immer gegeben, wir seien ebensowenig in der Lage, die Temperatur des Planeten zu steuern, wie es die Dinosaurier gewesen seien. Und überhaupt: Wenn sich die Geschichte von der globalen Erwärmung als "Nonsens" erweise wie die Warnungen vor einer neuen Eiszeit aus den Siebzigern, stehe das "grüne" Apple recht dumm da. Man kann aber auch behaupten, dass Verfechter solch halbscharigen Argumente recht dumme Texte in das Internet stellen.

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