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Apple-Zulieferer Foxconn lässt zu lange arbeiten

03.02.2015 | 17:26 Uhr |

Apple meldet einen Rekordgewinn. Doch in China machen die Gewerkschaften Foxconn, das die iPhones und iPads fertigt, massive Vorwürfe. Foxconn bestätigt zwar die zu langen Arbeitszeiten, wiegelt jedoch insgesamt ab.

Vor wenigen Tagen erst meldete Apple den größten Quartals-Gewinn seiner Unternehmensgeschichte, der zugleich auch der größte Quartalsgewinn ist, den überhaupt jemals weltweit ein Unternehmen erzielen konnte. An diesem grandiosen Erfolg ändern auch die schwächelnden iPad-Verkäufe nichts. Doch von den 18 Milliarden US-Dollar Gewinn, die Apple im ersten Quartal des Finanzjahres 2015 gemacht hat, kommt offensichtlich nichts bei den Menschen an, die die iPhones und iPads Tag für Tag zusammensetzen. Unter anderem bei Foxconn in China.

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Das taiwanische Unternehmen Foxconn Technology Group fertigt für eine Reihe bekannter westlicher Unternehmen (Intel, Hewlett-Packard, Dell, Nintendo, Microsoft, Sony und vor allem Apple) IT- und Unterhaltungs-Geräte in der Volksrepublik China. So besitzt Foxconn unter anderem in der Stadt Zhengzhou in der Provinz Henan große Fabrikenanlagen.

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Foxconn steht praktisch ständig wegen seiner (über)harten Arbeitsbedingungen in China in der Kritik. So auch jetzt wieder.

Foxconn würde fortwährend gegen chinesisches Arbeitsrecht verstoßen

Seit 2010 sieht sich Foxconn mit dem Vorwurf konfrontiert, dass es seine Arbeiter aufgrund ständiger Überforderung in den Selbstmord treiben würde. Foxconn hat danach einige Verbesserungen bei den Arbeitsbedingungen in Aussicht gestellt beziehungsweise tatsächlich umgesetzt. Unter anderem erhöhte Foxconn nach eigenen Angaben den Lohn. Doch reicht das den chinesischen Gewerkschaften noch lange nicht. Aktuell kritisiert die “All China Federation of Trade Unions” vor allem, dass Foxconn ständig gegen die Arbeitszeitregelungen verstoßen würde. Dass also die Foxconn-Arbeiter zu viel und zu lange arbeiten müssen.

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Die viel zu langen Arbeitszeiten würden Depressionen und andere psychische Probleme bei den Arbeitern verursachen. Die Arbeiter würden so in einen Zustand der ständigen Erschöpfung geraten und seien dadurch Suizid-gefährdet.

Besonders problematisch sei, dass Foxconn für andere Firmen, die ebenfalls in China arbeiten (lassen), eine Vorbild-Funktion habe. Denn Foxconn ist als Unternehmen ja erfolgreich, es erwirtschaftet hohe Gewinne und wird von Apple als zuverlässiger Produzent geschätzt. Diesen Erfolg wollen andere Industrie-Betriebe nachahmen, warnen Gewerkschaftsvertreter. Und überfordern damit ihre eigenen Mitarbeiter genauso wie es Foxconn tut.

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Foxconn hat auf die Vorwürfe der Gewerkschaften, die in China von der regierenden kommunistischen Partei kontrolliert werden, geantwortet. Und dabei seine Arbeitsbedingungen gegen die Kritik verteidigt. Foxconn sehe sich ganz im Gegenteil mit der Forderung seiner Arbeiter konfrontiert, mehr arbeiten zu dürfen. Weil die Arbeiter ja mehr verdienen möchten. Dieser Forderung würde das Unternehmen nachgeben. Damit verstoße es dann aber in der Tat gegen die gesetzlichen Obergrenzen für Arbeitszeiten (die chinesischen Gesetze schreiben unter anderem vor, dass niemand mehr als 48 Stunden in der Woche arbeiten darf).

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Um dieses Problem zu lösen und der Forderung der Arbeiter nach einem höheren Verdienst nachzukommen, habe man die Löhne erhöht. Und einen Ruhetag pro Woche zwingend vorgeschrieben. Zudem würde man verstärkt Roboter in der Fertigung einsetzen, um die Arbeiter von besonders stumpfsinnigen und sich immer wiederholenden Arbeitstätigkeiten zu befreien.

Foxconn beschäftigt nach eigenen Angaben mehr als seine Million Arbeiter in seinen Fabriken in der Volksrepublik China.

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