191480

Apple: Windows darf auf unsere Rechner

12.01.2006 | 15:19 Uhr |

Die ersten Mac-Rechner mit Intel-CPU wurden Anfang der Woche auf der Macworld vorgestellt. Laut US-Medienberichten wird Apple die Besitzer solcher PCs nicht daran hindern, auch Windows darauf zu installieren.

In einem Interview erklärte Phil Schiller, senior vice president worldwide product marketing bei Apple, dass Apple selbst niemals Windows verkaufen oder unterstützen werde, aber bei den Intel-basierten Macs keinerlei Sperren eingebaut habe, die die Besitzer der Rechner daran hindern würden, Windows zu installieren.

"Das ist in Ordnung für uns. Es kümmert uns nicht. Wenn es da Leute gibt, die unsere Hardware lieben, aber zum Verbleib in der Windows-Welt gezwungen sind, dann ist das okay", sagte Schiller.

Microsoft hatte auf der Macworld Expo verkündet, dass es auch die nächsten fünf Jahre Office für Macs entwickeln wolle. Bei dieser Gelegenheit reagierte Microsoft auch auf die Aussagen von Schiller. "Jede neue Maschine auf dem Markt, auf der Windows läuft, ist wunderbar", sagte Scott Erickson, director of product managment and marketing bei Microsofts Mac-Bereich.

Die Offenheit der neuen Macs bedeutet für die Käufer, dass sie sowohl MacOS X als auch Windows auf einem Rechner parallel installiert werden können. Somit können die besten Anwendungen aus beiden Betriebssystem-Welten auf einem Gerät genutzt werden. Das ist beispielsweise für Musiker, Designer oder Entwickler praktisch. PC-Käufer, die bisher den Kauf eines Apple-Rechners gescheut haben, könnten nun häufiger zugreifen, wovon dann sowohl Apple als auch Microsoft profitieren. Aufgrund der Leistungsfähigkeit der Geräte könnten sogar Gamer angelockt werden.

In denen am Dienstag vorgestellten Geräten werkeln Intels neue CPUs "Intel Core Duo". Im neuen Imac (ab 1.349 Euro) ist die CPU mit der Kraft der zwei Kerne mit 2 GHz getaktet. Zur Auswahl stehen Modelle mit 17- und 20-Zoll-Flachbildschirm. Immer im Kaufpreis enthalten sind eine PCI Express ATI Radeon X1600, DVD-Brenner und das gewohnt schicke Apple-Design. Im neuen Macbook Pro (ab 2099 Euro) werkelt ebenfalls der Intel Core Duo, der hier wahlweise mit 1,67 oder 1,83 GHz getaktet ist.

Kleiner Wermutstropfen: Erst Windows Vista wird sich auf den neuen Mac-Rechnern installieren lassen. Das liegt laut einem Bericht von Betanews daran, dass Apple bei den Rechnern statt auf den BIOS auf Intels EFI ( Extensible Firmware Interface ) setzt. EFI besitzt diverse Vorzüge, so kann es etwa die Hardware noch vor dem Start des Betriebssystem initialisieren und dadurch eine Internet-Verbindung aufbauen, um aktualisierte Treiber zu beziehen, die zu installieren und erst dann das Betriebssystem zu starten. Microsoft unterstützt EFI bisher noch nicht. Die 32-Bit-Version von Windows XP lässt sich damit nicht auf den Mac-Rechnern installieren. Erst die 32-Bit-Version von Windows Vista wird EFI unterstützen.

Windows und MacOS X in friedlicher Koexistenz auf einem Rechner. Das ist nur auf Rechnern möglich, die von Apple stammen. Apples MacOS X läuft, jedenfalls ist das von Apple so gewünscht und durch entsprechende Vorkehrungen untermauert, nur auf den eigenen Macs. Bei denen ins Internet gelangten Vorab-Versionen von MacOS X für Intel-basierte Macs war es Hackern gelungen, diese auch auf Nicht-Macs zum Laufen zu bringen.

Apple: Imacs mit Intel-CPU ab sofort erhältlich (PC-WELT Online, 11.01.2006)

0 Kommentare zu diesem Artikel
191480