01.03.2010, 09:37

Panagiotis Kolokythas

Apple

Kinderarbeit bei der iPhone-Herstellung?

Ein Bericht von Apple räumt ein, dass bei einer Überprüfung von unter Vertrag stehenden Herstellern rund ein Dutzend Minderjährige ermittelt wurden.

Apple räumt die Entdeckung der Kinder bei der Herstellung von Produkten in einem neu veröffentlichten Bericht auf der Apple-Website "Supplier Responsibility" (PDF-Download) ein. Die zu jungen Arbeiter waren laut Angaben von Apple bei drei Herstellern beschäftigt, wobei Apple allerdings nicht verrät, bei welchem Hersteller oder in welchem Land es zu den Vorfällen kam.
Dem Apple-Bericht zufolge wurden unter Vertrag stehende Unternehmen in China, Malaysia, Taiwan, Tschechischen Republik, Philippinen, Singapur, Südkorea, Thailand und USA überprüft. Die betreffenden Unternehmen stellen iPhones, iPods und diverse Apple-Rechner her, wie unsere Schwesterpublikation PC-WORLD meldet.
"In drei Anlagen haben unsere Prüfer Akten von 11 Arbeitern gefunden, die vor Erreichen des rechtlichen Mindestalters angeheuert wurden. Die betreffenden Arbeiter waren nicht mehr Minderjährig oder aktive Mitarbeiter während der Überprüfung", heißt es in dem Bericht von Apple. Das Mindestalter in den Ländern der betroffenen Hersteller läge bei 16 Jahren, während die betreffenden Mitarbeiter bei der Einstellung lediglich 15 Jahre alt gewesen sind.
Dem Bericht von Apple zufolge, verlangen über 60 der überprüften Unternehmen ihren Mitarbeitern zu viel Arbeit ab. Die von Apple aufgestellten Regeln für Vertrags-Unternehmen sehen vor, dass die Mitarbeiter nicht mehr als 60 Stunden pro Woche arbeiten dürfen und das mindestens ein freier Tag zwischen sieben Tagen Arbeit liegen muss.
Zusätzlich ermittelten die Apple-Prüfer über 24 Unternehmen, die ihren Mitarbeitern weniger als den Mindestlohn zahlten und 57 weitere Unternehmen gewährten ihren Mitarbeitern nicht die gesetzlich vorgesehenen Leistungen, wie etwa Kranken- oder Mutterschaftsschutz. Die Prüfer entdeckten sogar Unternehmen, die ihren Mitarbeitern aus disziplinarischen Gründen die Gehälter kürzten.
Apple hat die schwarzen Schafe unter den ermittelten Unternehmen dazu aufgefordert, ihre Verstöße umgehend wieder gut zu machen. Dazu gehört beispielsweise, dass Arbeiter entschädigt werden, denen zu wenig Lohn ausgezahlt wurde. Außerdem sollen Systeme eingeführt werden, damit es nicht erneut zu solchen Verstößen kommt. Dabei verpflichtet sich Apple zusätzlich, die Umsetzung der neuen Systeme zu überprüfen.
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