Apple, Dell, Amazon, Youtube
Wie große Websites einst aussahen
Auch heute noch modern: Absatz- und Kastengestütztes Design. Nur die Farbwahl wirkt etwas kunterbunt. Bereits 1987 registrierte sich Apple die Domain, die Website folgte fast ein Jahrzehnt später.
Die große britische Tageszeitung machte einst mit schlichtem schwarzen Lettern auf blauem Grund von sich reden.
Da hat jedes Telefonbuch mehr Sex-Appeal: Der Auftritt der amerikanischen Präsidentenresidenz wirkte zum Start wie eine Hacker-Datenbank.
Yahoo startete vor 15 Jahren fast genau mit dem Design, das Google auch heute noch so erfolgreich macht. Nur keine Experimente...
Kaum verändert haben sich die Auftritte von Amazon weltweit: Die Menüleisten wurden ab und an einmal vertikal und horizontal verschoben, getauscht, verlängert oder verkürzt, einige Empfehlungskästen kamen hinzu - das Prinzip 'Einkaufen im Web' so einfach und schlicht wie möglich zu gestalten, hat sich aber über die Jahre bewährt.
Kein Wunder, dass Microsofts Web-Dienst nie wirklich bekannt wurde: Wo soll man hier auch klicken - und vor allem: warum?
Die New York Times setzte von Beginn an auf ein Zeitungsähnliches Seitenlayout: Bilder und Texte korrespondieren in ähnlicher Weise auch heute noch.
Wer bei soviel Farbvergügen keine Lust verspürt, neue Technik anzuschaffen, hat kein ästhetisches Empfinden. Heute setzt Dell zwar auf eine wesentlich technologisch-moderne, kalte Farbgebung - aber als PC-Versender groß geworden ist der Konzern mithilfe von verspielten Bausatz-Seiten.
Seit 13 Jahren macht die Google-Startseite vor allem durch eins von sich reden: durch die nicht vorhandenen Änderungen. Mit Erfolg.
Blogger.com startete mit ein wenig zu vielen Eingabefeldern und einer potthässlichen Farbauswahl. Heute kommt die Blogger-Plattform ein wenig gesetzter und bunter daher.
Wer das Wissen der Welt versammeln möchte, braucht eine performante und mächtige Datenbank. Am besten wird die aber so versteckt, dass der potenzielle Wissenslieferant und -suchende nicht gleich wieder durch das komplexe Design verschreckt wird. Hat bei Wikipedia anfangs nicht ganz geklappt - geschadet hat es dennoch nicht. Merke: Wenn der Inhalt einer Seite gut ist, ist das Design zweitrangig.
Myspace entstand zu der Zeit, als die zweite Internet-Welle im Entstehen begriffen war. Entsprechend 'zwonullig' schon das Ursprungsdesign.
Facebook startete im Gegensatz zu Myspace nicht ganz so hip, obwohl erst im Jahr darauf gelauncht. Aber auch hier gilt bis heute: Gekommen, um zu bleiben.
Wer vor allem von der Nutzerpartizipation lebt, muss auf sein Seitendesign nicht ganz so großen Wert legen, da lediglich die Technik dahinter stimmig sein muss. Flickr machte hier keine Ausnahme.
Zunächst passierte auf der weltgrößten Videoplattform Youtube: nichts. Später dann immer mehr.
Twitter ist seit drei Jahren live, am Design hat sich seit 2006 wenig geändert - die Idee stemmt die Seite, alles Weitere ergibt sich von selbst. Mit der steigenden Zahl mobiler Clients und anderer Zugriffsmöglichkeiten ist der Webauftritt an sich zwar obligatorisch, aber längst nicht mehr die erste Anlaufstelle. Das gilt im Übrigen für alle Seiten dieser Strecke. Fazit: Die Zeit der großen Relaunches ist vorbei.


