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Apple knebelt die Entwickler

11.03.2010 | 14:41 Uhr

Apple hält die Entwickler an der kurzen Leine. Wer Programme für das iPhone entwickeln will, muss etliche Zugeständnisse machen, wie die Bürgerrechtsbewegung Electronic Frontier Foundation (EFF) jetzt bekannt gemacht hat. Bisher war nur wenig über den Knebelvertrag an die Öffentlichkeit gelangt. Das könnte auch daran liegen, dass jeder Entwickler seine Verschwiegenheit erklären muss, bevor er dem Programm beitreten darf.

Die EFF hat das iPhone Developer Programm License Agreement nun auf ihrer Seite veröffentlicht und einige der haarsträubendsten Paragraphen erläutert. Sie räumen Apple weitreichende Freiheiten ein und gestehen dem Nutzer kaum Rechte zu. So behält sich der App-Store-Anbieter vor, Programme ohne Begründung abzulehnen, auch wenn es die formalen Kriterien erfüllt. Das Unternehmen kann auch bereits auf einem iPhone installierte Software nachträglich für jegliche Benutzung sperren, in dem das Zertifikat entzogen wird.

Außerdem ist es dem Entwickler verboten, Programme auf anderen Downloadplattformen außer dem App Store anzubieten, die mit der von Apple bereitgestellten Software erstellt wurden. Entfernt das Unternehmen die Applikation, hat der Programmierer also keine Alternative. Auf der anderen Seite begrenzt das Unternehmen die eigene Haftung auf 50 US-Dollar.

Das sei angesichts des Reputations- und Geschäftsrisikos, das bei den Entwicklern liege, bemerkenswert, so EFF-Anwalt Fred von Lohmann. Nach Abgabe der App haben sie keine Kontrolle mehr über dessen Verbreitung. Verpfuscht Apple ein Update, löscht versehentlich das Programm oder leitet die komplette Kundenliste an die Konkurrenz weiter, versucht das Unternehmen dich mit den Kosten für ein nettes "Dinner for One" in Cupertino abzuspeisen, so von Lohmann.

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