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Antivirus-Hersteller schielen auf den Mac-Markt

05.03.2008 | 16:21 Uhr |

Verschiedene Antivirus-Firmen bereiten sich auf die eine oder andere Weise darauf vor Versionen ihrer Schutzlösung für Mac OS anbieten zu können. Noch ist der Markt dafür klein, das kann sich jedoch schnell ändern.

Lange Zeit galten Apples Macintosh-Rechner als immun gegenüber Malware. Beispiele aus jüngerer Zeit haben jedoch gezeigt, dass dies lediglich ein Mythos ist. Es gibt Malware für Mac OS und Apple bringt mehrmals im Jahr umfangreiche Sicherheits-Updates heraus, die zahlreiche Sicherheitslücken stopfen und Microsofts regelmäßigem Patch Day in nichts nachstehen. Antivirus-Hersteller bereiten sich deshalb darauf vor ihre Schutzlösungen auch an Mac-User verkaufen zu können.

Da Apple seine Hardware-Plattform auf Intel-Basis umgestellt hat, ist das Portieren vorhandener Antivirus-Lösungen für Windows oder Linux auf das Unix-basierte Mac OS X keine unverhältnismäßig schwierige Aufgabe mehr. Symantec und McAfee haben seit vielen Jahren auch Mac-Versionen im Programm. Sophos unterstützt bereits die neueste Mac-Version "Leopard". Trend Micro hat sich durch eine Partnerschaft mit Intego, die auf Sicherheitsprodukte für den Mac spezialisiert sind, den Weg in den Mac-Markt eröffnet.

Der russische Antivirus-Hersteller Kaspersky Labs hat einen Prototyp seiner Software für Mac OS in der Schublade. Ein konkreter Plan zum Verkaufsstart eines Mac-Produkts bestehe nicht, wie Unternehmenssprecher Timur Tsoriev auf der CeBIT erklärt hat. Man sei jedoch vorbereitet und können im Prinzip innerhalb weniger Tage aus den Startlöchern kommen. Die Antivirus-Technologie von Kaspersky sein flexibel genug, um neben Windows und Linux auch Mac OS X zu schützen.

Der finnische Hersteller F-Secure, dessen Programme unter anderem auch ein Kaspersky-Modul enthalten, hat seine Mac-Produkte 1998 eingestellt. Forschungsleiter Mikko Hypponen meint jedoch, ein neuer Versuch in diese Richtung sei nicht auszuschließen. Die meisten "Hard-Core Geeks" im F-Secure Virenlabor nutzten Mac-Rechner, so Hypponen weiter.

Dr.Web ist der Auffassung, dass ein Mac in einem heterogenen Unternehmensnetz auch eine Antivirus-Lösung an Bord haben sollte. Der Mac könne unter Umständen zu einer Relais-Station für Windows-Malware werden, ohne selbst betroffen zu sein. Ein Mac-Produkt hat Dr.Web nicht im Portfolio, es habe jedoch schon Kundenanfragen danach gegeben.

Der tschechische Anbieter AVG, vormals Grisoft, hat den sich entwickelnden Markt ebenfalls im Auge. Es sei jedoch schwer zu sagen, ab welchem Marktanteil von Mac OS X es sich lohnen würde AVG für Mac anzubieten, erklärt AVG Marketing-Chef Miloslav Korenko.

Apples Mac-Systeme können immerhin einen steigenden Marktanteil verbuchen. Eine Auswahl von Websites, die von NetApplications überwacht werden, weist immer mehr Besucher mit Mac-Rechnern auf. Im Januar betrug dieser Anteil immerhin 7,6 Prozent - der dritte Monat in Folge mit steigender Tendenz.

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