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Yahoo schaltet DRM-Server für Musiktitel ab

25.07.2008 | 15:27 Uhr |

Yahoo schließt die für die Reaktivierung von DRM-geschützten Musik-Stücken erforderlichen Server und sorgt damit in den USA für Unmut bei Anwendern und Verbraucherschützern.

In einer Mail hat Yahoo die Nutzer von Yahoo Music in den USA darauf hingewiesen, dass am 30. September die Server abgeschaltet werden, die für die Re-Authorisierung von DRM-geschützten Musik-Dateien notwendig sind. Diese Server sorgen dafür, dass nach dem Kauf eines neuen Rechners oder nach dem Aufrüsten des bestehenden Rechners, die kopiergeschützten Musik-Dateien wieder abgespielt werden können.

Ab dem 1. Oktober wird dies dann nicht mehr möglich sein. Wer also nach dem Stichtag den Rechner wechselt oder aufrüstet, wird die erworbenen Musik-Stücke nicht mehr abspielen können. Den betreffenden Anwendern wird daher seitens Yahoo empfohlen, die betreffenden Musik-Stücke zunächst auf eine Audio-CD zu brennen und anschließend dann wieder auf den Rechner zu übertragen. Ein Prozedere, das gerade bei größeren Musik-Sammlungen mit einem enormen Aufwand verbunden ist.

Auch die US-Verbraucherschützer der EFF teilen diese Ansicht und machen zusätzlich darauf aufmerksam , dass Anwender auch noch Geld für CD-Rohlinge ausgeben und viel Zeit mit der Rettung ihrer Musiksammlung verschwenden müssten. Zusätzlich macht die EFF auf die rechtlichen Risiken aufmerksam, die der Vorschlag von Yahoo für Konsumenten mit sich bringt. Wer, so die EFF, dem Rat von Yahoo folgt, setze sich dem Risiko aus, keinerlei Nachweis über den Kauf der Musikstücke zu besitzen. Außerdem sei unklar, ob auch alle Inhaber der Urheberrecht damit einverstanden seien, dass die Anwender ein Backup der Musik-Stücke erstellen dürfen. Yahoo dürfe eine solche Erlaubnis eigentlich pauschal gar nicht geben.

Die EFF sieht sich erneut darin bestätigt, dass die Nutzung von DRM zu ernsten Konsequenzen für Konsumenten führen kann, wenn sich der Anbieter plötzlich entschließt, die Unterstützung für die DRM-kodierten Musikstücke aufzugeben. Ohnehin sei der Trend hin zu DRM-freien Inhalten zu verzeichnen, dem sich auch immer mehr Online-Shops anschließen würden.

Yahoo hatte im Februar die Schließung seines Online-Musik-Shops angekündigt, nachdem das Unternehmen eine Partnerschaft mit dem Online-Dienst Rhapsody von RealNetwork eingangen war. Nach iTunes hatte RealNetworks im Juni angelündigt, künftig kopierschutzfreie MP3s über Rhapsody anbieten zu wollen.

Die EFF fordert Yahoo nun auf, die betroffenen Anwender entweder finanziell zu entschädigen oder die DRM-geschützten Stücke durch DRM-freie Musikstücke inklusive eines Nachweises über den Kauf der Stücke zu ersetzen. Letzteres sei nötig, damit die Anwender in Zukunft nachweisen können, dass sie legal in den Besitz der Musikstücke gekommen sind und somit auch sicher vor einer Urheberrechtsklage sind.

Auch Microsoft hatte im Juni angekündigt, Ende August die Re-Authoriesierungsserver für DRM-geschützte Songs abschalten zu wollen, die über MSN Music erworben worden sind. Proteste sorgten allerdings dafür, dass Microsoft später erklärte, die betreffenden Server mindestens bis 2011 am Netz lassen zu wollen.

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