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Anwender helfen Anwendern: jyve.com

21.02.2007 | 15:44 Uhr |

Still und heimlich verlief der Start des Dienstes jyve.com. Hier können Anwender Fragen stellen, die dann von anderen Nutzern beantwortet werden. Im Gegensatz zu klassischen Foren verläuft hier die Kommunikation direkter, Antworten können etwa per Live-Chat oder per Telefon gegeben werden.

Wie heißt die Hauptstadt von Simbabwe? Klarer Fall für Google. Welchen Ölfilter benötige ich für meinen Ford Mustang? Da wird es schon ein wenig schwieriger, passende Antworten über den Suchmaschinengigant zu finden. Bei solchen Fragen (How-To), die Spezialwissen erfordern, müssen gängige Suchmaschinen oftmals passen. Hier soll die Site jyve.com Abhilfe schaffen.

Jyve.com ist wie eine Kreuzung aus Google und Wikipedia. Anwender können sich anmelden und spezielle Themengebiete definieren, in denen sie sich gut auskennen. Stellt nun ein anderer Nutzer eine Frage, erhalten diese alle Anwender, die sich in diesem Bereich zu Hause fühlen und gerade online sind. Die Antwort kann nun recht schnell per Live-Chat, Instant Messenger oder gar per Telefon erfolgen, was diesen Dienst von klassischen "Frage-Antwort"-Angeboten wie Windows Live QnA und anderen unterscheidet. Entsprechend wird die Site von den Machern auch nicht als "Suchmaschine" sondern vielmehr als "Frage-Maschine" bezeichnet. "Es ergänzt, was Google macht", erklärte Charles Carleton, Gründer und CEO von Jyve. Und weiter: "Jyve bringt das Wissen, das weltweit in den Köpfen der Menschen gespeichert ist, online." Über ein Bewertungssystem können die Antworten beurteilt werden und bevor ein privates Gespräch zwischen den Nutzern zustande kommt, kann das Profil des Antwortenden eingesehen werden.

Derzeit herrscht laut Berichten unserer Kollegen von Network World noch ein rechtes Kuddelmuddel auf der Site. So stellen die unvermeidlichen Spaßvögel im Netz eine Reihe unsinniger Fragen, denen aber auch viele sinnvolle Fragen und Antworten gegenüberstehen. Künftig sollen Moderatoren die Flut der Anfragen kanalisieren und sinnlosen Krempel ausfiltern.

Geld verdienen möchte man mit einem solchen Dienst natürlich auch noch. So sollen Anwender, die Fragen stellen, auf ihre Anfrage abgestimmte Werbung erhalten. Darüber hinaus können die Anwender sich auch kostenpflichtig helfen. Beispielsweise könnte ein Anwender einem anderen bei einer Privatstunde erläutern, wie er ein Backup seines PCs erstellt. Von dem Betrag X, die diese Stunde dann kostet, verlangt Jyve.com dann zehn Prozent.

Der Dienst ist bereits sei rund zwei Monaten online, was bislang aber nicht im größeren Rahmen offiziell verkündet wurde - wohl aus gutem Grund, derzeit ist der Dienst (auf Grund des großen Ansturms?) offline.

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