2010964

Anwalt: Kinox.to-Nutzer brauchen keine Angst haben

27.10.2014 | 16:29 Uhr |

Die Ermittler jagen die Kinox.to-Betreiber. Nach Ansicht des Anwalts Solmecke müssen die Nutzer des Dienstes aber keine Angst haben.

Die Polizei jagt derzeit die Betreiber des Portals Kinox.to. Den zwei Brüdern wird neben der gewerbsmäßigen Urheberrechtsverletzung, Steuerhinterziehung und Brandstiftung vorgeworfen. Die Nutzer von Kinox.to haben wohl dagegen nichts zu befürchten. Jedenfalls nach Auffassung von Rechtsanwalt Christian Solmecke von der Kanzlei Wilde Beuger Solmecke.

Es sei zwar davon auszugehen, dass die Ermittler schon bald Zugriff auf die Server von Kinox.to und den anderen Diensten erhalten, die die Brüder betrieben haben. "Aus meiner Sicht haben die Nutzer von kinox.to keine Straftat begangen, da der reine Konsum von Streamingdiensten nicht rechtswidrig ist. Das gilt jedenfalls immer dann, wenn keine Kopie des Streams auf dem eigenen Rechner hergestellt wird", schreibt der Rechtsanwalt in einem Blog-Eintrag. Außerdem habe die GVU (Gesellschaft zur Verfolgung von Urheberrechtsverletzungen) die Anzeige erstattet und diese sei dafür bekannt, "das Übel an der Wurzel zu packen."

Wichtig sei außerdem, welche Daten auf den Servern tatsächlich gespeichert wurden. Nutzer seien zwar über ihre IP-Adressen identifizierbar. Allerdings müssen die IP-Adressen nicht zwangsweise auch auf den Servern gespeichert worden sein. "Selbst wenn dem so wäre, stellt sich die Frage, ob die jeweiligen Internet-Zugangsprovider – also z.B. die Deutsche Telekom – ebenfalls die IP-Adresse ihrer Kunden gespeichert haben. Ist das nicht der Fall, ist eine Zuordnung der IP-Adresse nicht mehr möglich. Betroffen sein könnten also wenn überhaupt nur Nutzer, die in den letzten Tagen die Plattform kinox.to genutzt haben", so der Anwalt.

Rechtsanwalt Solmecke vertritt die Ansicht, dass der Konsum von Streams noch nicht als Urheberrechtsverletzung anzusehen ist. Die Filmindustrie ist da anderer Ansicht. Sollten doch Abmahnungen an die Nutzer verschickt werden, dann könnten die Nutzer mit Kosten rechnen, die sich aus den Anwaltsgebühren und den entstandenen Schaden zusammensetzen. Rechtsanwalt Solmecke: "Der Schadensersatzanspruch setzt sich zusammen aus den Anwaltsgebühren, die auf ca. 155 Euro gedeckelt sein dürften und dem tatsächlich entstandenen Schaden, der sich z.B. an den Kosten eines Kinobesuchs bzw. am Ausleihen einer DVD mit ca. 10 Euro orientieren dürfte."

Höhere Schadensersatzansprüche habe es bisher bei Abmahnungen gegeben, die in Verbindung mit Filesharing gestanden hatten. "Beim Filesharing liegt jedoch – anders als bei kinox.to – der Hauptvorwurf darin, dass ein Film nicht nur heruntergeladen sondern in den Tauschbörsen auch automatisch (und oft unbewusst) der gesamten Welt wieder angeboten wird", so Rechtsanwalt Solmecke.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2010964