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Antivirus-Software für Windows 10 im Test

02.12.2016 | 09:10 Uhr |

Das AV-Test Institut hat 22 Antivirusprogramme für private Anwender unter Windows 10 getestet. Keines der Produkte ist durchgefallen, zwei haben die Maximalpunktzahl erreicht.

Das Magdeburger AV-Test Institut hat den serienmäßigen Windows Defender erneut 21 Antivirusprogrammen gegenüber gestellt, die ihre Hersteller zur Zertifizierung eingereicht haben. Die ausführlichen Tests haben im September und Oktober unter Windows 10 64-Bit stattgefunden, der vorherige Test unter Windows 10 liegt bereits ein halbes Jahr zurück. Qihoo 360 ist diesmal nicht im Testfeld, stattdessen ist ZoneAlarm Pro dabei.

Geprüft wird wie üblich in den drei Kategorien Schutzwirkung, Geschwindigkeit und Benutzbarkeit. Die Schutzprogramme müssen mehr als 13.000 Schädlinge erkennen und abwehren, die nicht älter als vier Wochen sind. Zudem werden sie im so genannten Real-World-Test mit 163 tagesaktuellen Schädlingen konfrontiert (0-Day-Malware). Die Tester prüfen, wie sehr die Antivirusprogramme gängige Alltagsabläufe ausbremsen, etwa den Aufruf von Web-Seiten, Downloads, das Kopieren von Dateien oder Installation und Benutzung legitimer Software. Die Benutzbarkeit ergibt sich aus Fehlalarmen, die bei solchen Vorgängen auftreten.

In jeder Kategorie gibt es maximal sechs Punkte, in der Summe also höchstens 18. Diejenigen Produkte, die insgesamt mindestens zehn Punkte und in jeder Kategorie wenigstens einen Punkt erreichen, erhalten ein Zertifikat. Zusätzlich vergibt AV-Test das Prädikat "Top Product" für Lösungen, die in allen Testkriterien hervorragend abschneiden und insgesamt 17,5 Punkte oder mehr erzielen.

Die Test-Ergebnisse
Die Mindestanforderungen für ein Zertifikat haben alle Kandidaten erfüllt. Mit Avira und Kaspersky Lab haben gleich zwei Hersteller die vollen 18 Punkte erreicht. Knapp dahinter folgen Bitdefender, Quick Heal und Trend Micro. Diese fünf Produkte erhalten das Prädikat "Top Product". Besonders Quick Heals Leistung ist hervorzuheben, denn der indische Hersteller hat sein Produkt in den letzten sechs Monaten erheblich verbessert. Noch beim Test im ersten Quartal kam er nur unter "ferner liefen" ins Ziel.

Grafik der Testergebnisse
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© AV-Test

Immerhin die vollen sechs Punkte für die Schutzwirkung haben auch weitere acht Kandidaten erzielt: Ahnlab V3, Avast Free Antivirus, Emsisoft Anti-Malware, F-Secure, G Data, Panda Free Antivirus, Symantec/Norton sowie ZoneAlarm Pro aus dem Hause Check Point. Sie haben jedoch bei den Geschwindigkeitstests (Bremswirkung) und den Fehlalarmen Punkte eingebüßt. Wegen teilweise schlechter Malware-Erkennung bilden Microsoft und Comodo das Ende der Ergebnistabelle. Der Windows Defender versagt bei brandaktueller Malware (unter 90 Prozent Erkennung), ist aber bei bis zu vier Wochen alten Schädlingen konkurrenzfähig (99,7 Prozent Erkennung). Comodo hält es umgekehrt.

AV-Test hat die Bremswirkung der Schutzprogramme auf einem Standard- und einem High-End PC geprüft. Dabei sind nur wenige überraschende Resultate zu Tage getreten. So verlangsamen Avast und Panda Kopiervorgänge auf dem langsameren Rechner nur wenig (16 / 19 Prozent), auf dem schnellen System dauert das Kopieren jedoch mehr als doppelt so lange wie ohne Schutz. Bei Microworld eScan ist dieser Effekt noch weit drastischer. Microsofts Windows Defender verhält sich genau entgegengesetzt.

Fehlalarme hat es im Testverlauf reichlich gegeben, besonders bei System-Scans (kompletter Scan eines sauberen Systems). Comodo und Panda mit je 14 Fehlalarmen wurden dabei nur noch durch K7 TotalSecurity mit 19 falsch positiven Befunden übertroffen. Bei Besuchen harmloser Websites hat kein Produkt falschen Alarm geschlagen, bei Installation und Benutzung legitimer Software gab es nur wenige Fehlalarme. Lediglich Avira und Microworld sind ganz ohne Fehldiagnosen durch alle Tests gekommen.

Die Ergebnistabelle ist nach der letzten Spalte sortiert. Darin haben wir mehr Gewicht auf die Schutzwirkung gelegt (60 Prozent), während AV-Test alle drei Kategorien gleichrangig wertet (vorletzte Spalte). Bei der Reihenfolge ergeben sich daraus wenige kleine Verschiebungen.

Punkte

gesamt mit Gewichtung

Hersteller/Produkt

Schutz

Geschwindigkeit

Benutzbarkeit

1:1:1

60:20:20

Avira Antivirus Pro 2016

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Kaspersky Internet Security 2017

6,0

6,0

6,0

18,0

18,0

Bitdefender Internet Security 2016 & 2017

6,0

5,5

6,0

17,5

17,7

Quick Heal Total Security 17.0

6,0

5,5

6,0

17,5

17,7

Trend Micro Internet Security 2016 & 2017

6,0

5,5

6,0

17,5

17,7

Symantec Norton Security 2016

6,0

6,0

5,0

17,0

17,4

G Data Internet Security 2017

6,0

5,0

6,0

17,0

17,4

Check Point ZoneAlarm Pro 15.0

6,0

5,0

6,0

17,0

17,4

AhnLab V3 Internet Security 9.0

6,0

5,0

5,5

16,5

17,1

F-Secure Internet Security 2016

6,0

5,0

5,0

16,0

16,8

AVG Internet Security 2016

5,5

5,5

6,0

17,0

16,8

Intel Internet Security 2016 (McAfee)

5,5

5,5

6,0

17,0

16,8

Avast Free AntiVirus 2016

6,0

3,5

6,0

15,5

16,5

Emsisoft Anti-Malware 11.10

6,0

4,5

5,0

15,5

16,5

Panda Free Antivirus 17.0

6,0

3,5

5,0

14,5

15,9

ESET Smart Security 9.0

5,5

4,0

6,0

15,5

15,9

BullGuard Internet Security 16.0

5,0

5,5

5,5

16,0

15,6

MicroWorld eScan Internet Security Suite 14.0

5,5

3,0

6,0

14,5

15,3

ThreatTrack Vipre 2016

5,0

4,5

6,0

15,5

15,3

K7 TotalSecurity 15.1

5,5

4,0

4,0

13,5

14,7

Microsoft Security Essentials 4.10

3,0

4,5

5,5

13,0

11,4

Comodo Internet Security Premium 8.4

3,0

5,0

4,5

12,5

11,1

Auf der nächsten Seite finden Sie zum Vergleich den vorherigen Test unter Windows 10 aus dem Frühjahr 2016.

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