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Antivirus-Hersteller: Kauft Euch einen Mac

06.07.2006 | 17:05 Uhr |

Hersteller von Sicherheits-Software empfehlen den Wechsel vom Windows-PC zu Apples Macintosh.

Der britische Antivirus-Hersteller Sophos (http://www.sophos.de) stellt in dieser Woche seinen Sicherheitsbericht für die erste Jahreshälfte 2006 vor. In einer Pressemitteilung dazu regt das Unternehmen an bei fälligen Neuanschaffungen den Wechsel von Windows zu Apples Mac in Betracht zu ziehen. Auch Symantec-Präsident Thompson hat kürzlich ähnliche Empfehlungen abgegeben.

Hersteller reagieren damit vordergründig auf die unvermindert steigende Bedrohung von Windows-Anwendern durch so genannte "Crimeware", also schädliche Programme, die von Kriminellen eingesetzt werden, um ihren Opfern das Geld aus der Tasche zu ziehen. Zum Hintergrund solcher Empfehlungen dürfte jedoch auch gehören, dass Microsoft immer stärker in den Markt für Sicherheits-Software drängt.

Windows Vista wird eine Zwei-Wege-Firewall und die Anti-Spyware Windows Defender enthalten. Mit dem Schutzpaket "Onecare" unterbietet Microsoft die Preise von Platzhirschen wie Symantec und McAfee. Zunächst hoben diese beiden die vergleichsweise kurze Erfahrung des Windows-Herstellers mit Sicherheitsprodukten hervor, zogen also die Kompetenz Microsofts in Sachen Sicherheit in Zweifel. Mit dem Hinweis auf die Windows-Alternative Mac OS X erhoffen sich die Sicherheitsfirmen möglicherweise eine Belebung ihrer Umsätze in von Microsoft unbeeinträchtigten Märkten.

Bislang gibt es praktisch keine relevanten Schädlinge, die auf Mac OS X zielen. Linux-Desktops gelten als mindestens genauso sicher. Sicherheitsfachleute führen dies jedoch vor allem auf die geringe Marktbedeutung dieser Systeme zurück. Malware oder Crimeware für Mac oder Linux zu entwickeln, lohnt sich derzeit einfach nicht. Das könnte sich jedoch rasch ändern, falls die Marktanteile von Mac OS oder Linux eine kritische Größe erreichen. Sicherheitslücken gibt es auch bei diesen Systemen reichlich.

Andererseits sind viele der heutigen Sicherheitsrisiken nicht mehr an Windows gebunden. So sind etwa Phishing-Angriffe unabhängig vom Betriebssystem potenzieller Opfer, Mail und Web-Browser reichen. Phisher nutzen allerdings gerne gekaperte Windows-Rechner zum Aufbau von Botnets, die der Verteilung von Spam und PhishinGoogle-Mails dienen sowie als Relais-Stationen für die Phishing-Server.

Es ist jedenfalls nicht zu erwarten, dass sich die Anbieter von Sicherheitsprodukten ohne Widerstand die Butter vom Brot nehmen lassen. Ob der ungleiche Wettbewerb letztlich über den Preis oder die Qualität entschieden wird, liegt indes auch in der Hand der Anwender.

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