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Antiviren-Software: Kleiner Wildlist-100-Prozent-Test

16.03.2006 | 15:31 Uhr |

Mehrere Virenscanner erkennen nicht alle Schädlinge, die seit Januar verbreitet sind.

Die Wildlist-Organisation veröffentlicht eine monatliche Liste der tatsächlich in freier Wildbahn verbreiteten Malware. Diese "Wildlist" ist Grundlage eines kleinen Antivirus-Tests, den das Testlabor AV-Test regelmäßig durchführt. Es wird geprüft, ob die im Markt vertretenen Virenscanner alle Schädlinge erkennen, die auf der Wildlist stehen.

Für die Anfang dieser Woche veröffentlichte Januar-Wildlist zeigen die Ergebnisse des Tests ein im Vergleich zum Vormonat deutlich schlechteres Bild. Mehrere Virenscanner erkennen nicht alle seit Januar bekannten Schädlinge. Im Januar gibt es in der Wildlist 41 neue Einträge für Malware, die von Sicherheitsfachleuten aus aller Welt gesichtet und gemeldet wurde.

Von diesen erkennt CA Etrust mit Inoculan-Engine ganze zwölf nicht, das teilweise als Beigabe zu anderen Software kostenlos verteilte Etrust mit VET-Engine findet immerhin drei davon nicht. Das Open Source Projekt Clam AV erkennt acht Schädlinge nicht. Avast, F-Prot und das auf F-Prot basierende Command Antivirus finden an je fünf Schädlingen nichts auszusetzen.

Antivirus

nicht erkannt

Avast!

5

ClamAV

8

Command AV

5

eSafe

1

eTrust-INO

12

eTrust-VET

3

Ewido

3

F-Prot

5

Fortinet

1

Ikarus

3

Norman

1

Stand: 13.03.06

Alle Schädlinge der Januar-Wildlist werden hingegen von Antivir, AVG, Bitdefender, Dr Web, F-Secure, Kaspersky, McAfee, Nod32, Panda, Sophos, Symantec und Trend Micro erkannt. Es ist davon auszugehen, dass die Hersteller, deren Produkte in diesen Test gepatzt haben, innerhalb einiger Tage Updates bereitstellen, mit denen die Erkennung der nicht gefundenen Schädlinge funktioniert.

Bei der nicht erkannten Malware handelt es sich vorwiegend um Vertreter der Familien "Rbot", "Sdbot", "Locksky" und "Mytob", von denen ständig, teilweise täglich, neue Varianten entdeckt werden. Die in diesem Test verwendeten Schädlinge sind allerdings alle seit Januar bekannt. Somit ergibt sich für Anwender der Produkte, die in diesem Test nicht auf 100 Prozent kommen, eine gewisse Deckungslücke im Schutz vor Malware. Dieser Test ist eine Momentaufnahme und die Ergebnisse sollte daher nicht überinterpretiert werden.

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