31.05.2011, 15:15

Panagiotis Kolokythas

Anti-Piraterie

Provider geben monatlich Benutzerdaten zu 300.000 Internet-Verbindungen preis

Monat für Monat rücken die Internet-Provider die Benutzerdaten zu 300.000 Internet-Verbindungen an die Rechteinhaber-Industrie heraus. Diese Zahl hat eco, der Verband der deutschen Internetwirtschaft ermittelt.

Die Benutzerdaten zu über 300.000 Internet-Verbindungen, so der Verband der deutschen Internetwirtschaft eco , würden von den Internet-Providern an die Rechteinhaber-Industrie weitergegebenm nachdem entsprechende Gerichtsbeschlüsse erwirkt worden seien. Damit funktioniere die Zusammenarbeit von Rechteinhabern, Gerichten und Internetwirtschaft gegen die Online-Piraterie auf einem "inzwischen sehr hohem Niveau", so der Verband. Die stärkere Verfolgung und ein Ausbau der legalen Download-Angebote habe dazu geführt, dass die Zahl der Online-Piraten seit 2008 um mehr als 20 Prozent gesunken sei.
Eco: "Der Kampf gegen die illegale Verbreitung urheberrechtlich geschützten Materials ist immer erfolgreicher. Obwohl die Zahl der Breitbandkunden mit schnellem Internetanschluss rasant steigt, fällt die Zahl der illegalen Downloads. Parallel stieg die Zahl der legalen Musikdownloads um mehr als 30 Prozent auf 77,7 Millionen im Jahr 2010 – Film- und Buchdownloads noch gar nicht mitgerechnet."
Das zunehmende Angebot digitaler Inhalte auf dem deutschen Markt zeige, dass man die Internet-Piraterie effektiv bekämpfen könne, ohne tief in die Grundrechte der Bevölkerung eingreifen zu müssen. Somit seien auch beispielsweise die von der EU-Kommission geplanten Sperrverfahren überflüssig. Nicht nur das steigende Angebot an legalen und benutzerfreundlichen Angeboten zeige Wirkung. Auch das konsequente Vorgehen gegen illegale Downloads, so der Verband.
Eco übt aber auch Kritik an der harten Linie der Rechteinhaber gegen die Verdächtigen. Oft würden die Rechteinhaber weit übers Ziel hinaus schießen. "Sobald die Rechte-Konzerne die Nutzeradresse kennen, haben sie selbst in der Hand, wie sie weiter vorgehen. In den meisten Fällen würde wohl ein Warnbrief reichen. Es muss nicht immer gleich eine Abmahnung für mehrere hundert Euro sein", so eco. Die Zahl der illegalen Downloads gehe zwar zurück, aber die Zahl der Abmahnungen steige jedes Jahr deutlich an.
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