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Anti-Piraterie-Maßnahme: Vista ohne Aero und Defender

05.10.2006 | 13:31 Uhr |

Microsoft verschärft den Kampf gegen Software-Piraterie. Erstmals zum Einsatz kommen werden neue Technologien in Windows Vista und in Windows Longhorn Server, wie das Unternehmen jetzt verlauten ließ.

Microsoft wird ein neues Anti-Piraterie-System einführen. Dabei handelt es sich um eine Sammlung von Technologien, die unter anderem dazu gedacht sind, raubkopierte Windows-Version besser zu entdecken. Der Name: Microsoft Software Protection Platform.

Das System wird dabei nicht-lizenzierte oder -autorisierte Versionen zwingen, in einem eingeschränkten Modus zu laufen. Konkret heißt das beispielsweise: Anwender die derartige Kopien von Vista nutzen, werden bestimmte Features nicht bekommen, dazu gehören Windows Aero und Windows Defender, so Microsoft. Nutzer mit einer Raubkopie sollen ferner konstant darauf aufmerksam gemacht werden, was sie da gerade benutzen. Eine Nachricht in einer der Ecken des Bildschirms wird eine Meldung, sinngemäß "Diese Kopie von Windows ist nicht echt.", anzeigen. Gleichgültig wie es aber um die Authenzitität der Vista-Installation bestellt ist, alle Nutzer werden Zugang zu den Sicherheitsupdates für das OS bekommen.

Aussagen von Microsoft zufolge ist die neue Technologie notwendig, um Software-Piraterie einzudämmen. Microsoft will aber auch die Wahrscheinlichkeit verringern, dass Anwender beziehungsweise deren PCs irgendwie kompromittierter oder fehlerhafter Software ausgesetzt sind. Dahinter stecken Erkenntnisse aus einer kürzlich durchgeführten Studie, bei der 348 gefälschte Windows-XP-Software-Pakete untersucht wurden. Dabei fand man heraus, dass sich etwa 34 Prozent der Kopien überhaupt nicht auf PCs installieren lassen. Des Weiteren wurde in 43 Prozent der Fälle Code entdeckt, der nicht Teil einer Original-Windows-Fassung ist ( wir berichteten ).

Es wird mit Hilfe der neuen Technologien auch leichter sein zu überprüfen, ob ein für die Aktivierung benutzter Schlüssel aus einem Unternehmen gestohlen wurde. Apropos Lizenzen für Unternehmen: Was Volumenlizenzen angeht, wird Microsoft ein neues Tool für die Aktivierung der Systeme einführen, Microsoft Volume Activation 2.0 genannt.

Fazit: Es wird interessant sein, zu sehen, wie stark die Microsoft Software Protection Platform unter Beschuss gerät. Bei seinem vorherigen Versuch nicht-lizenzierte oder -autorisierte Software in den Griff zu bekommen, musste der Softwaregigant ein wenig zurückrudern und einen Teil seiner im Rahmen des Windows-Genuine-Advantage-Programms eingeführten Maßnahmen zurücknehmen. Kritik wurde vor allem deswegen laut, weil Programmteilen Spyware-Verhalten vorgeworfen wurde.

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