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Anteil der Musik-Downloads auf Handys verzehnfacht sich

04.04.2006 | 18:20 Uhr |

Anteil der Musik-Downloads auf Handys verzehnfacht sich

Der Anteil der mobil geladenen Musik in Deutschland ist im letzten Jahr sprunghaft angestiegen. Über zehn Prozent aller Musikdownloads landeten 2005 auf dem Handy, wie Media Control/Gfk ermittelt hat. Noch im Jahr 2004 sei der Anteil der mobil herunter geladenen Musiktitel mit einem Anteil von lediglich einem Prozent sehr gering gewesen, so Media Control Geschäftsführerin Ulrike Altig. Die gewaltige Steigerung sei darauf zurück zu führen, dass inzwischen fast alle neuen Mobilfunktelefone Musik wiedergeben können und immer mehr Menschen das Handy als MP3-Player benutzen.



In Deutschland werde laut Branchenverband Bitkom bis Jahresende die Zahl der UMTS-Handys von derzeit 2,3 Mio. auf rund neun Mio. ansteigen. Vor allem bei den jungen Usern finden die musikfähigen Handy-Modelle großen Anklang. Momentan sind rund 30 Mobiltelefone auf dem Markt, die den Download von Musik unterstützen. "Mit der Zeit wird die Musikfähigkeit der Handys zur Normalität werden und praktisch jeder Handyuser automatisch auch einen MP3-Player besitzen", prognostizierte Mike Timm, Pressesprecher der Media Control. Der Preis für mobile Downloads bewege sich derzeit im Schnitt um die 1,29 Euro pro Songtitel; der Spitzenpreis liege bei 1,49 Euro, so Timm.

Weil die Mobilfunkkosten sinken und die Techniken zunehmend benutzerfreundlicher werden, rechnet Media Control weiterhin mit einem sprunghaften Anstieg der Musikdownloads aufs Handy. Die Ausschlag gebende Formel dabei sei "Einmal Zahlen, zweimal laden". Per Handy herunter geladene Lieder können ohne Zusatzkosten nochmals vom Downloadportal auf den PC gebracht werden. Mobilfunkanbieter und Musikindustrie arbeiten zusammen daran, ein legales Herunterladen von Musik für immer mehr Handymodelle möglich zu machen.

Dieser Erfolg liegt vor allem in dem Wechsel der Handys hin zu nahezu vollwertigen MP3-Playern begründet. So hat Sony Ericsson seine eigene Musikhandy-Modellreihe mit den Walkmanhandys auf den Markt gebracht. Auch Branchenführer Nokia hat sogar ein eigenes Markenlogo XpressMusic für speziell für den Musikgenuss geeignete Handys entworfen. Motorola geht mit der Kooperation mit Apple andere Wege und integriert in seine Handys wie dem ROKR E1 und Razr V3im iTunes-Clients.


Diese Entwicklung erkennen natürlich auch andere Hersteller: So hat Samsung neben Nokia mit dem N91 bereits ein Mobiltelefon mit integrierter Festplatte - das SGH-i300 - in die Läden gebracht. Auch die weitere Entwicklung lässt erwartungsvoll in die Zukunft schauen: So stellte BenQ-Siemens mit dem EF51 eher einen MP3-Player vor - der sogar auf Wunsch die Songtexte anzeigt -, als ein Telefon im herkömmlichen Sinne. Dieser Trend wird sich in diesem Jahr noch verstärken, da das Handy einen ideallen Absatzkanal für die Musikbranche bietet.

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