36304

Deutsche Unternehmen sind risikobewusst und doch nachlässig

24.09.2008 | 16:09 Uhr |

Unternehmen in Deutschland sind sich der Risiken durchaus bewusst, die der Verlust geschäftskritischer und vertraulicher Daten mit sich bringt. Es klafft jedoch eine Lücke zwischen Anspruch und Wirklichkeit.

Im Rahmen einer europaweiten Studie zum Thema "Data Loss Prevention" (DLP), also zur Vermeidung von Datenverlusten, sind im Auftrag des Sicherheitsunternehmens Symantec auch 200 deutsche Unternehmen unterschiedlicher Größe befragt worden. Sie stammen aus verschiedenen Branchen - vom Automobilsektor bis zu Unternehmensberatungen. Vier von fünf Unternehmen halten den Schutz geistigen Eigentums für wichtig oder sehr wichtig für den wirtschaftlichen Erfolg des Unternehmens. Zwischen Anspruch und Wirklichkeit in der Datensicherheit besteht jedoch eine Lücke, denn Schutzmaßnahmen werden oft vernachlässigt.

Bei mobilen Endgeräten wie Notebooks, PDAs und Smartphones wird dies besonders deutlich. Zwar verfügen 75 Prozent der befragten Unternehmen über allgemeine Strategien zur Vermeidung von Datenverlusten, jedes dritte Unternehmen meint jedoch bei mobilen Geräten darauf verzichten zu können. Hinzu kommt, dass die Mitarbeiter bei 30 Prozent der Unternehmen mobile Speichergeräte wie USB-Sticks uneingeschränkt nutzen können. Wie die zurzeit nahezu täglich neu aufgedeckten Datenskandale zeigen, steckt darin jedoch ein erhebliches Risikopotenzial.

Die häufigsten Schutzmaßnahmen gegen Datenverluste sind Zugriffskontrollen im Netzwerk (44 Prozent), Verschlüsselung (26 Prozent) und die Kontrolle verwendeter Geräte (26 Prozent). Besonders problematisch wird es, wenn Daten auf Reisen gehen. Bei 80 Prozent der befragten deutschen Firmen werden Notebooks, bei knapp der Hälfte PDAs und Smartphones eingesetzt. Das liegt deutlich über dem europäischen Durchschnitt.

Industriespionage ist ein weiteres Sorgenkind in deutschen Unternehmen. Etwa 28 Prozent der befragten Firmen sind der Ansicht, die Gefahr Opfer von Wirtschaftsspionage zu werden sei für ihr Unternehmen hoch oder sehr hoch. Immerhin knapp 40 Prozent der Unternehmen haben bereits spezielle Schutzmaßnahmen gegen Spionageangriffe etabliert.

Etwa 15 Prozent der befragten Unternehmen haben bereits Spionageangriffe festgestellt, 10 Prozent haben negative Auswirkungen auf ihre Wettbewerbssituation verspürt. Obwohl Industriespionage heute weniger als früher mit Kameras sondern überwiegend mittels Datendiebstahl erfolgt, haben über 60 Prozent keine besondere Strategie zu Abwehr solcher Angriffe oder sind sich nicht sicher, ob sie eine haben.

Das Bewusstsein für die Gefahr von Datenverlusten ist also vorhanden, der aktuelle Stand bei der Etablierung von Schutzmaßnahmen lässt jedoch noch viel Spielraum für Verbesserungen. Dazu gehört die Schulung von Angestellten ebenso wie die Verschlüsselung von Daten und der kontrollierte Zugang zu sensiblen Daten.

0 Kommentare zu diesem Artikel
36304