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Angestellte kritisieren mangelnde Kinderbetreuung

16.01.2007 | 11:12 Uhr |

Unzureichende Angebote sind für viele die größte Hürde beim Wiedereinstieg ins Berufsleben.

Fast die Hälfte der deutschen Angestellten mit Kindern würde längere Arbeitszeiten in Kauf nehmen und produktiver arbeiten können, wenn hochwertige Angebote zur Kinderbetreuung verfügbar wären. Das hat die internationale Arbeitsmarktstudie Kelly Global Workforce Index ergeben, für die der Personaldienstleister Kelly Services rund 70.000 Angestellte in 28 Ländern befragt hat.

Für viele Eltern, die ihren Job wieder aufnehmen möchten, ist die Suche nach der richtigen Kinderbetreuung die wichtigste Herausforderung: Rund 85 Prozent der mehr als 2.000 deutschen Studienteilnehmer gaben an, dass das Thema für sie zentral ist. Betroffen sind dabei beide Elternteile: 56 Prozent der Frauen und 39 Prozent der Männer würden wieder in den Beruf einsteigen oder länger arbeiten, wenn der Nachwuchs gut versorgt wäre. Die passende Betreuung zu finden, ist allerdings sehr schwierig: Für rund ein Drittel der Befragten stellen die Kosten die größte Hürde dar, gefolgt von der Qualität (20 Prozent), langen Wartelisten (18 Prozent) und Fahrtzeiten (sieben Prozent).

"Die Studie zeigt, wie wichtig eine angemessene Kinderbetreuung ist", sagt Michael Kirsten, Marketing Manager bei Kelly Services Deutschland. Der Großteil der Befragten verfügt über einen Hochschulabschluss und hatte eine erfolgreiche Karriere, bevor er oder sie sich entschloss, eine Familie zu gründen. "Diese Menschen stellen eine wichtige Ressource für unser Land dar - hochwertige und bezahlbare Betreuungsangebote würden ihnen den Wiedereinstieg erleichtern. Auch Arbeitgeber können ihren Teil dazu beitragen: mit familienfreundlichen Arbeitsplätzen, flexibler Zeiteinteilung oder der Möglichkeit, von zu Hause zu arbeiten."

Laut der Studie nutzen rund 44 Prozent der Befragten gar keine Kinderbetreuung, 19 Prozent greifen auf staatliche Angebote zurück. Neun Prozent lassen ihre Kinder privat betreuen und fünf Prozent nutzen vom Staat subventionierte Angebote. (mf)

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