25.07.2012, 13:07

Hans-Christian Dirscherl

Angeschlagener Android-Partner

HTC entlässt 1000 Mitarbeiter

©HTC

Der seit längerer Zeit mit rückläufigen Geschäftszahlen kämpfende Smartphone-Hersteller HTC zieht nun personelle Konsequenzen und streicht 1000 Stellen.
Der Name HTC war lange Zeit nur Branchenkennern bekannt: Als OEM-Produzent von Smartphones, die dann unter anderem Label verkauft wurden. So erwarben viele Kunden ein Smartphone von T-Mobile, Vodafone oder O2 mit dem Logo und dem Branding ihres Mobilfunk-Providers ohne zu wissen, dass das Gerät tatsächlich von HTC stammte. Zunächst auf Windows Mobile-Smartphones spezialisiert, sprangen die Taiwanesen früh auf den Android-Zug auf und produzierten das erste Android-Smartphone überhaupt: Das G1. Danach ging es Schlag auf Schlag, mit dem HTC Desire stellte das taiwanische Unternehmen dann eines der ersten wirklich guten Android-Smartphones vor, das sich mit dem damaligen iPhone messen konnte.
Doch danach verlor HTC den roten Faden, verzettelte sich mit vielen unterschiedlichen Androidgeräten und musste die Technologie-Führerschaft im Bereich Android mehr oder weniger an Samsung abtreten. Mittlerweile droht HTC zwischen den Giganten Apple und Samsung zerrieben zu werden. Marktbeobachter schätzen HTCs aktuellen Marktanteil bei Smartphones auf nur noch 4,8 Prozent – rund 50 Prozent weniger als noch vor einem Jahr. Mit den entsprechenden Folgen für Umsatz und Gewinn.
1000 Mitarbeiter müssen gehen

Mehrere Quartale hintereinander ist HTCs Gewinn deutlich zurückgegangen. Vor allem in Europa kämpfen die Taiwanesen mit rückläufigen Verkäufen. In den USA wiederum verhinderte der Patentkampf mit Apple eine Zeitlang die Einführung neuer Modelle. HTC zieht daraus nun die Konsequenzen und streicht 1000 Stellen, wie das taiwanische IT-Portal Digitimes berichtet.
So werden 600 Verträge von Arbeitern nicht mehr verlängert. Im Bereich Forschung und Entwicklung baut HTC ebenfalls Arbeitsplätze ab: HTC schließt die Entwicklungsabteilung im US-Bundesstaat North Carolina. In Brasilien schließt HTC zudem Büros. In den USA und in Brasilien fallen insgesamt 400 Stellen weg.

Von Branchenkennern will Digitimes außerdem erfahren haben, dass HTC weitere Arbeitsplätze abbauen würde, wenn sich die Verkaufszahlen in der zweiten Hälfte des Jahres 2012 nicht verbessern. Bisher hatte HTC 16.500 Mitarbeiter weltweit, davon 4000 im Bereich Forschung und Entwicklung.
Das ist aber noch nicht alles an Spaßmaßnahmen. HTC verkauft nämlich zusätzlich 25 Prozent seiner im Jahr 2011 erworbenen Anteile an Beats Electronics. Bisher hielt HTC 50,1 Prozent an Beats Electronics. Die Firma ist für ihre anspruchsvollen Kopfhörer bekannt, HTC hat etliche Smartphones im Angebot, die von Beats Electronics die Beats Audio-Technik beinhalten. Beispielsweise das HTC Sensation XL oder das HTC One X. Die Kooperation zwischen den beiden Firmen soll aber weiter bestehen.
Kommentare zu diesem Artikel (3)
PC-WELT Hacks
PC-WELT Hacks Logo
Technik zum Selbermachen

3D-Drucker selbst bauen, nützliche Life-Hacks für den PC-Alltag und exotische Projekte rund um den Raspberry Pi. mehr

1529928
Content Management by InterRed