13.12.2010, 10:22

Hans-Christian Dirscherl

Angeblich kein DDoS-Angriff

Amazon.de war am Sonntag offline

Amazon.de und einige andere westeuropäische Amazon-Websites waren am Sonntag nicht mehr erreichbar. Mit den Protesten rund um Wikileaks sollen die Amazon-Probleme aber nichts zu tun haben.
Es war offensichtlich nur eine kurze Zeitspanne, während der Amazon.de und einige andere Amazon-Seiten (Amazon.co.uk, amazon.fr, amazon.es) nicht erreichbar waren. Von etwas über 30 Minuten Offline-Dasein am Sonntagabend ist die Rede. Der Ausfall war laut Amazon gegen 22.45 Uhr wieder vorbei. Amazon.com war von dem Ausfall nicht betroffen. Doch im boomenden Weihnachtsgeschäft kommen Amazon selbst nur 30 Minuten teuer zu stehen.
Sofort machte das Gerücht die Runde, dass nun auch Amazon.de einem DDoS-Angriff von Wikileaks-Sympathisanten zum Opfer gefallen sein könnte. Einen Grund dafür gäbe es durchaus: Amazon hatte Wikileaks seine Server als Hosting-Plattform entzogen. Angeblich weil Wikileaks gegen die AGBs von Amazon verstoßen habe. Daraufhin hatte die Internet-Gruppe "Anonymous" zum Angriff auf die Amazon-Server aufgerufen.
Die Webauftritte verschiedener Finanzdienstleister wie MasterCard und Visa, die Zahlungen an Wikileaks stoppten, fielen der Rache der Wikileaks-Sympathisanten prompt zum Opfer - Paypal sah sich angesichts des Drucks der Wikileaks-Sympathisanten schließlich gezwungen, bereits eingegangene Spenden an Wikileaks doch noch weiterzuleiten. Die Server von Amazon.com sind bis dato aber ohne Probleme erreichbar; einen Giganten wie Amazon, der über riesige Rechenzentren verfügt, bläst man nicht einfach mal ebenso aus dem Web.
Laut Amazon wurden denn auch Amazon.de und die anderen betroffenen Amazon-Webauftritte einiger europäischer Staaten wie beispielsweise Großbritannien nicht Opfer einer DDoS-Attacke, sondern fielen einem Hardware-Defekt im europäischen Rechenzentrum von Amazon zum Opfer. Das sagte zumindest ein Amazon-Sprecher gegenüber der Nachrichtenagentur Reuters.
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