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Aggressive Adware und der Battery Doctor

24.10.2012 | 14:01 Uhr |

Android-basierte Smartphones und Tablets sind zunehmend Angriffen mit Malware ausgesetzt. Vor allem aggressive Adware sowie ein als "Battery Doctor" verbreiteter Schädling sind unter den häufigsten Infektionen. Apps aus inoffiziellen Portalen stellen ein erhebliches Risiko dar.

In einer seit Beginn dieses Jahres andauernden Untersuchung hat der Antivirushersteller Bitdefender festgestellt, dass Android-Nutzer in Deutschland, Österreich und der Schweiz vor allem mit einer Spyware namens "Android.Trojan.FakeDoc.A" konfrontiert worden sind. Dieser Schädling wird als App namens "Battery Doctor" verbreitet und soll vorgeblich die Akkulaufzeit verbessern.

Doch tatsächlich kümmert sich der Schädling nicht um den Akku sondern um gespeicherte Daten. Er liest Gerätenummern, Kontakte sowie Mails aus und übertragt sie an einen Server der Online-Kriminellen. Knapp zwei Drittel (64,67 Prozent) der bis Juli untersuchten, mit Malware verseuchten Android-Geräte waren mit FakeDoc infiziert.

Im Juli ist ein neuer Protagonist aufgetaucht: Android.Trojan.GingerMaster.AU hat zwischenzeitlich eine Verseuchungsrate von fast 40 Prozent erreicht. GingerMaster zielt auf die älteren Android-Versionen bis 2.3 ("Gingerbread") und zeigt ansonsten das gleiche Verhalten wie der Battery Doctor.

Adware erreicht eine noch weitere Verbreitung. Mit Werbe-Popups nervende, manipulierte Apps erreichen eine Quote über 70 Prozent, etwa "Android.Adware.Mulad.A" mit 73,43 Prozent. Neuer Spitzenreiter im September ist "Android.Adware.Plankton.A" mit 63,96 Prozent. Gemeinsames Merkmal dieser Schädlingsklasse ist, dass sie die Startseite verändern, Verknüpfungen erstellen und zu einer erhöhten Zahl unliebsamer Werbeeinblendungen führen.

Die schädlichen Programme gelangen überwiegend durch Downloads auf die Geräte, die der Benutzer selbst auf inoffiziellen App-Portalen vornimmt. Offenbar ist das Sicherheitsbewusstsein bei Smartphone- und Tablet-Nutzern noch nicht sonderlich ausgeprägt. Sie verlassen sich anscheinend auf die Mär, so genannte Mobile Malware sei nur ein Marketing-Gag der Antivirushersteller. Die Anzahl bekannter Schädlinge für Mobilsysteme, vor allem Android, ist zwar im Vergleich zu der für Windows-PCs noch gering, nimmt jedoch rapide zu.


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