176498

Hacker wirft Google Miss-Management im Android Market vor

30.06.2010 | 17:28 Uhr |

Im Android Market wimmelt es nur so vor Spam und illegaler Software – das sagt nicht etwa ein Android-Hasser und auch nicht Apple, sondern ein Android-Entwickler.

Die vielen genialen Apps aus dem Android Market sind für viele Smartphone-Besitzer ein Killerargument. Da wiegen die Vorwürfe eines Android-Entwicklers am Android Market besonders schwer.

Der Programmierer Jon Lech Johansen, der sich in der Vergangenheit als Hacker betätigte und diverse Kopierschutzverfahren knackte, fand in seinem Weblog drastische Worte zum Android Market . So ist sein Weblog-Eintrag mit „Googles Missmanagement im Android Market“ überschrieben. Johansen verweist darauf, dass es sich Google zu leicht mache, wenn es behaupte, jeder User müsse ja vor der Installation einer App ausdrücklich zustimmen. Die Masse der User könne doch gar nicht einschätzen, was das konkret bedeutet.

Johansen vertritt zudem vehement die Meinung, dass sich Google einfach zu wenig um den Android Market kümmern würde. Anders als der von Apple streng, ja geradezu rigide überwachte App Store würde Google nicht ausreichend auf die Qualität der darin eingestellten Apps achten. Deshalb würde man im Android Market auch nur wenig wirklich überragende Apps finden, wie Johansen nachlegt. Das würde sich auch in den mit den Apps erzielten Umsätzen niederschlagen: Einer Studie von Larva Labs zufolge würde Apple für seinen App Store 50 Mal mehr Geld an App-Programmierer ausschütten als es Google beim Android Market mache.

Obwohl der Android Market in 46 Staaten verfügbar ist, könnten App-Programmierer nur in 13 Staaten kostenpflichtige Apps anbieten. Obendrein würde der Preis für eine kostenpflichtige App dem potenziellen Käufer nicht immer in dessen Heimatwährung angezeigt. Entwickler könnten ihre Preise für kostenpflichtige Apps zudem nicht individuell für jedes Land anpassen. Auch bei den Bezahlformen gebe es massive Einschränkungen.

Ein weiterer Punkt ist der Spam. Als Beispiel führt Johansen 144 Klingelton-Apps an, von denen viele Urheberrechte verletzten würden und mit denen der Bereich Multimedia-Apps zugepflastert würde. Ein anderes Beispiel sei die Gratis-App Tunee, mit der man nach Musik suchen und illegal copyright-geschützte Lieder runterladen könne, wie Johansen meint. Das würde Firmen schaden, die Apps entwickeln, mit denen man nur legal Musik herunterladen kann. Google sei das offensichtlich egal, Google würde nicht auf Markenrecht achten

0 Kommentare zu diesem Artikel
176498