Android

Google demonstriert den Stand der Entwicklung

Google hat den aktuellen Stand der Entwicklung des Handy-Betriebssystems Android demonstriert.
Android: Google demonstriert den Stand der
Entwicklung
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© 2014
Der Fortschritt ist beeindruckend. Der Konzern zeigte eine flüssig animierte Oberfläche sowie einige äußerst einfach zu bedienende Programme. Für die Anwendung Google Street View etwa wurden Online- und GPS-Informationen geschickt mit den Daten des Lagesensors verknüpft, so dass sich das Bild mit dem Nutzer dreht.

Im November 2007 präsentierte der Suchmaschinenbetreiber Google Android, ein Betriebssystem für Handys, das auf Open-Source-Software aufbaut. Jetzt zeigte das Unternehmen auf der zweitägigen Google-Messe Google I/O Developer Conference den aktuellen Stand der Entwicklung. Auf den bei YouTube hochgestellten Videos wirkt Android sehr vielversprechend und sieht schon ziemlich ausgereift aus. Es erinnert in großen Teilen an Apples iPhone.

Der Vergleich mit dem Kulthandy aus Cupertino drängt sich auch deshalb auf, weil Android jetzt mit Fingergesten über einen Touchscreen steuerbar ist. So lassen sich Widgets als kleine Icons frei auf dem Startbildschirm platzieren oder Programme mit einem Fingerstrich beenden. Im Browser genügt ein kurzer Fingerdruck, um flüssig hinein- oder herauszuzoomen.

Die grafische Oberfläche beeindruckt mit halbtransparenten Symbolen und flotten Animationen, die sogar den Hintergrund umfassen. Will der Nutzer beispielsweise zwischen mehreren Anwendungen wechseln, streicht er das oberste Programm einfach mit dem Finger beiseite. Daraufhin verschwindet es wie der Zettel eines Abreisskalenders im Hintergrund.

Wer eine Tastatur bevorzugt, kann trotzdem bedenkenlos zu Android-Phones greifen. Wie Googles stellvertretender Chefentwickler Vic Gundotra bei einer Fragerunde mit der Android Community erklärt, ist die Plattform sehr generisch aufgebaut. Sie kann nicht nur für Touchscreen-Handys, sondern auch für Handys mit Touchpad oder Trackball verwendet werden. Selbst Geräte ohne ein Display seien denkbar. Nicht viele Systeme hätten diesen Grad an Flexibilität.

Die Programmvielfalt hat sich gegenüber dem MWC deutlich erhöht. Gundotra präsentierte eine Applikation, mit der sich das Telefon mittels grafischer Figuren entsperren lässt. Dazu zeigt sie eine Matrix mit drei mal drei Punkten. Der Nutzer denkt sich eine Figur, die er auf der Matrix nachzeichnet. Sie entspricht dem sonst üblichen PIN-Code.

Begeisterung in den Reihen der Teilnehmer erzeugte die Anwendung Google Street View. Hier demonstrierten die Entwickler eindrucksvoll, wie Online und GPS-Informationen geschickt mit den Daten eines Lagesensors kombiniert werden können. Die Blickrichtung in der Anwendung verändert sich je nachdem, wohin sich der Nutzer dreht ? als wenn er sich auf der Straße befände. Nach Meinung von Gundotra könnte die Anwendung als Reiseführer mit Echzeitkontrolle über das Display dienen. Dagegen wirkte das ebenfalls präsentierte Pac-Man-Spiel wie ein Relikt aus längst vergangenen Zeiten.

Zuletzt blieb noch die Frage offen, welche Hardware-Anforderungen die Plattform stellt. Zwar soll es hoch skalierbar sein und auch auf vergleichsweise schwachbrüstigen Mobiltelefonen laufen können, doch bei der Präsentation verwendete Gundotra ein Smartphone mit einem MSM7201a von Qualcomm, der mit 528 Megaherz getaktet ist. Der Arbeitsspeicher ist 128 Megabyte groß, der Speicher für das Betriebssystem und den Nutzer hat eine Größe von 256 Megabyte und die Daten landen mit dem Datenbeschleuniger HSDPA auf dem Modell. Eine ähnliche Spezifikation haben auch das Xperia X1 und das Touch Diamond. Beide werden von HTC produziert, ersteres Modell jedoch im Auftrag von Sony Ericsson.

Leider ist weiterhin unklar, wann erste Handymodelle mit dem Android-Betriebssystem auf dem Markt erscheinen. Google gibt die Verfügbarkeit weiterhin nur allgemein mit der zweiten Hälfte 2008 an. Das System sei schon ziemlich gut, doch es soll erst noch perfektioniert werden, bevor es der Kunde in die Hände bekommt.

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