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EU-Wettbewerbshüter nehmen Google ins Visier

Samstag, 21.07.2012 | 05:43 von Denise Bergert
Eine EU-Kommission will nun auch Googles mobile Dienste auf Verstöße gegen das Wettbewerbsrecht untersuchen.
Nachdem die EU in dieser Woche bereits ein Kartellverfahren gegen Microsoft eingeleitet hat, gerät nun auch Suchmaschinen-Riese Google ins Visier der Wettbewerbshüter. Konkurrierende Unternehmen werfen dem Konzern vor, seine Vormachtstellung am Markt auszunutzen und Suchergebnisse zu eigenen Produkten prominenter zu platzieren. Zudem versuche Google immer wieder, Werbetreibende mit exklusiven Vereinbarungen enger an sich zu binden. Ob die Vorwürfe tatsächlich der Wahrheit entsprechen, muss nun eine EU-Kommission unter Führung von Joaquín Almunia prüfen.

Im Rahmen des Verfahrens wolle Almunia nicht nur die Web-Dienste, sondern auch Googles mobile Services für Tablet- und Smartphone-Besitzer genauer unter die Lupe nehmen. Wie die Financial Times berichtet, wolle die EU unter anderem überprüfen, ob Google seine eigenen Online-Angebote im mobilen Betriebssystem Android bevorzugt behandelt.

Ähnlich gelagert ist auch das Kartellverfahren gegen Microsoft. Die EU hatte den Redmonder Konzern bereits vor einigen Jahren zu einer Strafe wegen Wettbewerbsverzerrungen verurteilt. In seinem Betriebssystem hatte Microsoft Nutzern damals keine Browser-Alternativen aufgezeigt, was viele Konkurrenten angesichts der Windows-Dominanz als unlautere Maßnahme einstuften. Microsoft hatte nun mit dem Servicepack 1 für Windows 7 gegen die EU-Auflagen verstoßen, wodurch dem Unternehmen nun Strafzahlen und Millionen-Höhe drohen. Ähnlich könnte es auch für Google ausgehen. Sollte sich der Konzern nicht mit der EU einigen, könnte die Europäische Union hier ebenfalls ein Kartellverfahren einleiten.

Samstag, 21.07.2012 | 05:43 von Denise Bergert
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