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Analysten: Krise der Musikindustrie könnte noch lange dauern

30.11.2005 | 10:26 Uhr |

Seit Jahren kämpft die Musikindustrie mit Umsatzrückgängen, deren Ursache sie in Raubkopien und Tauschbörsen sieht. Diese Krise könnte sich in Zukunft allerdings noch verschärfen, meinen die Analysten von Jupiter Research.

Klagen, Schadenersatzforderungen und verschärfte Urheberrechtsgesetze: Mit diesen Mitteln versucht die Musikindustrie seit Jahren, ihre Umsatzrückgänge in den Griff zu bekommen. Positives kommt derzeit lediglich aus Richtung legaler Online-Musikshops, die sich zwischenzeitlich am Markt etabliert haben und steigende Verkaufszahlen aufweisen.

Dennoch könnte sich die Krise der Industrie in Zukunft verschärfen, meinen die Analysten von Jupiter Research . Im Detail beziehen sich die Marktforscher auf ihren Report "European Music Consumer Survey", aus dem hervorgeht, dass dreimal mehr Anwender für den Download von Musik P2P-Börsen nutzen, als Online-Musikshops. Immerhin seien aber 10 Prozent der europäischen Musikfans bereit, für Musik online auch zu bezahlen. Den Bestwert markieren dabei die schwedischen Anwender: Hier würden 31 Prozent legale Angebote nutzen.

Den hauptsächlichen Grund für die kommende Verschärfung der Krise sehen die Marktforscher in dem Ergebnis, dass 34 Prozent der 15- bis 24-Jährigen P2P-Börsen nutzen. Dies habe zur Folge, dass diese Anwender den Wert der Musik nicht mehr einschätzen können und nicht wahrhaben wollen, dass dieses Gut auch etwas kostet, so die Analysten.

Jugendliche halten dem Report zufolge CDs für irrelevant, sind der Meinung, dass die keinen entsprechenden Gegenwert für ihr Geld erhalten und bevorzugen es, CDs zu kopieren, anstatt zu kaufen. "So lange diese Konsumenten nicht dazu ermuntert werden, ein Kaufverhalten für Musik zu entwickeln, werden sie dieses auch nicht entwickeln", so Jupiter Research. Und da so genannte "Heavy Music Buyers", also Anwender, die viel Geld für CDs ausgeben, immer mehr vom Markt verschwinden, wird das Problem für die Industrie größer, denn es gibt kaum neue Musik-Liebhaber, die deren Platz einnehmen.

Jupiter Research fordert daher die Industrie auf, gerade die jungen Anwender dazu zu ermuntern, legal Musik zu erwerben, egal ob auf CD oder per Onlineshop. Anderenfalls würde die Krise noch viele Jahre andauern.

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