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AMD verhandelt über Verkauf der Fab38 in Dresden

13.11.2007 | 15:18 Uhr |

Vor einigen Monaten sorgten Gerüchte über den Verkauf oder sogar die Schließung der Dresdner AMD-Fabriken für Unruhe. AMD dementierte damals diesbezügliche Meldungen. Jetzt belebt eine Online-IT-Business-Zeitung die Diskussion um die Zukunft von AMDs sächsischer Niederlassung wieder: Demnach verhandelt AMD mit dem taiwanischen Unternehmen TSMC über den Verkauf der neuen Fab38.

AMD steht im harten Wettbewerb mit Intel. Das kostet Geld, viel Geld. So verwundert es nicht, dass immer wieder Gerüchte die Runde machen, nach denen AMD den Verkauf oder sogar die Schließung seiner Chip-Fabriken in Dresden plant. Noch im Juni 2007 wies AMD derartige Meldungen als falsch zurück.

Jetzt berichtet das englischsprachige IT-Nachrichtenportal EE Times Europe , dass AMD über den Verkauf seiner Fab38 an Taiwan Semiconductor Manufacturing Co. Ltd. (TSMC) verhandelt. Als Quelle wird ein Marktanalyst genannt. Demnach würde die Verhandlungen trotz der offiziellen Dementis von AMD-Verantwortlichen weitergehen. Details über den Inhalt der Unterredungen drangen aber bisher nicht an die Öffentlichkeit.

AMD besitzt derzeit in Dresden zwei Fabriken, die so genannte Fab 30 und die Fab 36. Außerdem haben dort das Dresden Design Center, wo die Produktentwicklung vorangetrieben wird, und das "Operating System Research Center", in dem künftige Mikroprozessor-Generationen auf die Anforderungen modernster Betriebssysteme optimiert werden, ihren Sitz. Bis Ende 2006 soll AMD rund fünf Milliarden US-Dollar am Standort Dresden investiert haben.

Die Fab30 soll auf die moderne 300-Millimeter-Technologie umgestellt werden (bisher wird dort mit 200-mm-Wafern gearbeitet) und dann als Fab38 ihren Dienst aufnehmen. Dieser Umstieg soll Ende 2008 oder 2009 vollzogen sein. In der Fab36 wird bereits mit 300-mm-Wafern gefertigt.

Am 24. Oktober 1996, also vor genau zehn Jahren, erfolgte in Dresden der Spatenstich für die Fab30, AMDs erste Chip-Fabrik in Deutschland. Die Fab36 feierte ihr Richtfest am 17. Mai 2004.

Derzeit arbeiten 3000 Menschen bei Intels Erzrivalen in der sächsischen Landeshauptstadt. Sie fertigen in Dresden Opteron-, Athlon64-, Turion64- und Sempron-Prozessoren, einschließlich der Zulieferer dürften insgesamt 8000 Arbeitsplätze von dem AMD-Werk abhängen.

Die PC-WELT bat die Pressestelle von AMD in Dresden um eine Stellungnahme. AMDs Antwort fiel aber denkbar knapp aus: "Gerüchte kommentieren wir nicht".

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