51304

Signalisiert Googles Klick-Rückgang eine Rezession?

27.02.2008 | 15:55 Uhr |

Google verdient sein Geld mit Werbung. Das weiß jeder, der die Google-Suche benutzt und über sowie neben den eigentlichen Treffern bezahlte Suchergebnisse angezeigt bekommt. Doch zuletzt sank Googles Klickquote bei der Werbung. Jetzt streiten Analysten über die richtige Interpretation dieses Rückgangs.

Wenn Sie bei Google einen Suchbegriff eingeben, beispielsweise "Auto", dann bekommen Sie nicht nur Treffer geliefert, die der Google-Such-Alorithmus nach Relevanz ermittelt hat. Sondern Sie bekommen auch reichlich bezahlte Werbung zu sehen, die zu Ihrem Suchbegriff passen sollte. Das ist normal und dürfte mittlerweile kaum jemanden stören, irgendwie muss sich Google schließlich finanzieren.

Google lebt davon, dass seine Nutzer regelmäßig auf diese bezahlten Werbelinks klicken. Doch das taten sie zuletzt mit reduziertem Elan. Im Januar 2008 ging die Klickrate um sieben Prozent gegenüber Dezember 2007 zurück, wie die Marktforscher von Comscore ermittelten. Prompt brach am Diensteg der Kurs der Google-Aktie an der New Yorker Börse um rund 4,6 Prozent auf 464,19 Dollar ein. Erst im November hatte die Aktie ihren bisherigen Höchststand von 747,24 Dollar erreicht.

Einige Analysten sehen den Rückgang nicht in unmittelbaren Zusammenhang mit Googles Unternehmensstrategie sondern eher als Anzeichen für einen generellen Rückgang des Internetumsatzes, ja sogar als Anzeichen für eine beginnende Rezession. So weisen einige Analysten daraufhin, dass der Web-Traffic in Zusammenhang mit Einkäufen generell weniger stark wachsen würde, es also so zu einer Abflachung der Internetgeschäftswachstums kommen würde. Möglicherweise sei die derzeitige wirtschaftliche Schwäche der USA der Grund hierfür (flapsig formuliert: wenn US-Konsumenten ihre Kredite nicht mehr zurück zahlen können und ihr auf Pump finanziertes Haus verlieren, dann kaufen sie auch weniger im Internet ein). Google würde somit nur eine allgemeine Entwicklung widerspiegeln, ohne konkret selbst etwas falsch gemacht zu haben.

Allerdings gibt es auch Gegenstimmen, wonach einige Online-Händler durchaus ein Wachstum vorweisen können. Über die letzten drei Jahre sei der direkte Anteil von Online-Händlern am Gesamttraffic im Internet gewachsen und auch im Januar 2008 würde das Traffic-Wachstum bei Händlern im Internet anhalten. Demnach würden viele Internetnutzer direkt zu Online-Händlern surfen und nicht erst die Suche von Google bemühen.

0 Kommentare zu diesem Artikel
51304