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Was Managed Services für den Mittelstand mit Seidenstrümpfen zu tun haben

Managed Services werden erst dann fliegen, wenn sie es schaffen, den Mittelstand anzusprechen - und das hängt nicht nur von der IT-Industrie ab.

Von Dr. Andreas Stiehler

Die Outsourcing-Welt wandelt sich – Begriffe wie SaaS, Utility, Shared oder Dynamic Services haben derzeit Hochkonjunktur. Die besonders Trendbewussten unter den Marktauguren sprechen gar vom Outsourcing der nächsten Generation oder Outsourcing 2.0. Bei Berlecon Research fassen wir diese neuen, industrialisierten (Out-)Sourcing-Modelle, die den Kunden eine größere Flexibilität bei wettbewerbsfähigen Preisen und den Providern eine größere Skalierbarkeit versprechen, unter dem Dachbegriff "Managed Services" zusammen.

Managed Services stehen im Zeichen der Zeit. Und bei den IT-Dienstleistern stehen diese Zeichen auf Industrialisierung – also auf Maßnahmen, die Kosten für Erstellung und Vertrieb der Leistungen nachhaltig senken und Angebote skalierbar machen sollen. Die Ergebnisse der Berlecon Marktanalyse 'IT Services 2007/2008' unterstreichen dies: Bei mehr als zwei Dritteln der IT-Dienstleister steht die Standardisierung von Leistungsangeboten weit oben auf der Agenda.

Ein ähnlich hoher Anteil beschäftigt sich mit Erstellung und Vertrieb vordefinierter Angebotspakete. Und immerhin knapp ein Drittel der befragten IT-Services-Anbieter kümmert sich intensiv um den Auf- oder Ausbau von Shared-Services-Angeboten – also um Dienstleistungen, bei denen mehrere Kunden über eine gemeinsame Infrastruktur betreut werden. Kurzum: Die Industrialisierung des IT-Dienstleistungsmarktes ist keine Vision mehr – sie findet heute schon statt.

Doch auch wenn die ersten Managed-Services-Angebote gelauncht und entsprechende Basistechnologien die ersten Praxistests bestanden haben, so steckt der Markt für Managed Services noch immer in den Kinderschuhen. Denn die vielen IT-Services-Fabriken, die sich heute im Bau befinden, müssen zukünftig auch ausgelastet werden. Anders lässt sich die versprochene Flexibilität – etwa bei der Bereitstellung von Anwendungen oder IT-Infrastrukturkomponenten als Service – nicht erreichen und die für den gewinnbringenden Betrieb notwendige Skalierbarkeit der Angebote nicht ausschöpfen.

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