Analyse

TK im Mittelstand - am besten als Dienstleistung?

Kleinere und mittelgroße Unternehmen betreiben ihre Kommunikationslösungen immer noch am liebsten selbst. Allerdings machen neue Angebote eine Komplettdienstleistung als Alternative immer attraktiver.

Von Philipp Bohn

Die Grenzen zwischen IT und TK verschwimmen nicht nur technologisch, sondern auch bei den Betreibermodellen. War in der TK bis vor kurzem nur der klassische Eigenbetrieb denkbar, sind nun verschiedene Formen der Auslagerung wie vor allem Managed Services und Hosting möglich. Denn sowohl Daten als auch Sprache werden über dieselben IP-basierten Netze geleitet. Und die Netzbetreiber bieten immer schnellere Verbindungen zu immer günstigeren Preisen an.
Der Eigenbetrieb ist jedoch für viele kleine und mittlere Unternehmen nach wie vor die bevorzugte Variante – das zeigt der aktuelle Berlecon-Fallstudienreport "Unified Communications für den Mittelstand", der zum kostenlosen Download zur Verfügung steht. Denn zum einen sind gerade die Netzbetreiber erst seit kurzer Zeit mit entsprechenden Dienstleistungsangeboten auf dem Markt. Zum anderen zögern die Verantwortlichen (wie auch bei der IT), ihre Kommunikationslösungen aus der Hand zu geben und als externen Dienst zu beziehen. Wie zu erwarten spielen dabei Sicherheitsbedenken eine wesentliche Rolle: Da bei UC nicht nur viele sensible Daten, sondern auch die Sprachkommunikation über wenige Server geleitet wird, scheint das Risiko eines Ausfalls oder eines unbefugten Zugriffs durch Dritte besonders groß.
Einige Mittelständler arbeiten bereits mit Shared UC Services
Allerdings zeigt der Fallstudienreport durchaus Potenzial für eine Mischform aus Eigenbetrieb und Dienstleistung: den sogenannten Shared Services. Diese Variante haben beispielsweise das Biotech-Unternehmen MorphoSys oder der Brandschutzspezialist hhpberlin für die interne, standortübergreifende Versorgung mit UC-Diensten gewählt. Die benötigte Hard- und Software ist dabei nur in der Firmenzentrale installiert – den übrigen Standorten und Heimarbeitsplätzen werden UC-Funktionen wie Präsenzstatus oder Instant Messaging über schnelle IP-Verbindungen als Dienste zur Verfügung gestellt. Lokal werden lediglich Gateways und Endgeräte benötigt.
Ein Shared-Service-Center bietet mittelständischen Unternehmen einige Vorteile:
  • Kostenreduktion: Da nicht mehr für jeden Standort eine vollständige Server-Infrastruktur aufgebaut werden muss, sinken die Anschaffungskosten. Für viele kleine Unternehmen werden moderne ITK-Lösungen dadurch überhaupt erst wirtschaftlich. Die zentrale Administration der UC-Lösung reduziert darüber hinaus die Betriebskosten und entlastet die Mitarbeiter in den verschiedenen Niederlassungen.
  • Erhöhte Flexibilität: Um UC- und VoIP-Dienste an den Standorten zur Verfügung zu stellen, ist lediglich eine Netzverbindung zum Shared Service Center nötig. Somit sind unternehmerische Wachstumsstrategien einfacher umzusetzen, da für neue Niederlassungen kaum zusätzliche Infrastruktur beschafft werden muss. Mitarbeiter im Home Office können die Anwendungen über eine gesicherte VPN-Verbindung nutzen.
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