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Perfekte Kommunikation durch Fixed Mobile Convergence?

Eine flexible Integration von Festnetz, Mobilfunk und Unternehmensnetzen würde die Mobilität einfacher machen – doch wie weit ist es dahin?

Von Philipp Bohn

Internationalität im Geschäftsleben wurde in den 80er-Jahren durch einen Werbespot für Haarspray popularisiert: "Morgens Hamburg, Zwischenstopp München, in Rom brennt die Sonne." Während Mobilität seinerzeit ein Statussymbol war, ist sie heute für viele Geschäftsleute eher Alltag geworden. Durch fortschrittliche Kommunikationstechnologien wie etwa Fixed Mobile Convergence (FMC) können jedoch einige negative Folgen der Mobilität gemildert werden.

Das Szenario ohne FMC: Die Hamburger Unternehmensberaterin besucht nach ihrem Zwischenstopp in der Münchner Zentrale einen Kunden in Rom. Da vor dem Termin noch Zeit ist, arbeitet sie an einem freien Schreibtisch der italienischen Niederlassung. Um kurzfristig eine Frage zu klären, will ein Münchner Kollege anrufen. Nachdem er die Beraterin per Festnetz nicht erreicht hat, kontaktiert er sie auf dem Handy. Klassischerweise wird der Anruf von Deutschland aus ins italienische GSM-Netz geleitet.

Durch die Konvergenz von festem und mobilem Netz im Rahmen einer FMC-Lösung ist diese Kommunikation reibungsloser und kostengünstiger. Zunächst ist nur ein Kontaktversuch nötig, da die Hamburger Kollegin immer über dieselbe Nummer erreichbar ist – egal, wo sie sich gerade befindet und welches Endgerät sie benutzt. Da das Handy der Beraterin neben GSM auch über eine WLAN-Schnittstelle verfügt, meldet es sich im Büro in Rom automatisch im firmeninternen WLAN an. Da das Gespräch somit nicht über das öffentliche Mobilfunknetz, sondern das interne WAN geleitet wird, fallen hohe internationale Roaming-Gebühren weg.

Wie funktioniert FMC also und was bietet die Technologie im Unternehmenseinsatz? Zentrale FMC-Funktionen sind zunächst:
- Ein-Nummern-Prinzip: Mitarbeiter sind unabhängig von Standort und Endgerät über eine einzige persönliche Nummer erreichbar und müssen sich keine Gedanken mehr über Weiterleitungsszenarien machen. Für den Anrufenden wird der Mitarbeiter somit leichter erreichbar.
- Least Cost Routing: Soweit möglich werden Anrufe über firmeninterne LAN- und WAN-Verbindungen und nicht über das nach wie vor teurere öffentliche Mobilfunk- und Festnetz geleitet.
- Nebenstellenfunktionen: Dem mobilen Mitarbeiter stehen unterwegs Funktionalitäten zur Verfügung, die ohne FMC nur im Festnetz bereitgestellt werden können. Dazu gehören vor allem interne Rufweiterleitung, Kurzwahl, Makeln oder mobile Konferenzschaltungen.

Trotzdem hat sich FMC in Deutschland bisher nur in wenigen Unternehmen durchgesetzt. Ein Grund dafür sind die damit verbundenen Investitionen in die ITK-Infrastruktur. So müssen die Firmengelände mit einem sprachfähigen WLAN ausgestattet sein, d.h. es muss eine sehr hohe Dienstqualität und Sicherheit bieten. Darüber hinaus benötigen die Mitarbeiter Dual-Mode-Endgeräte, die auf Grund ihrer technischen Ausstattung teurer als die gängigen GSM-Handys sind.

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