57054

Microsoft und Yahoo - ein starkes Paar?

Microsoft musste handeln, damit der Internet-Zug nicht völlig davon fährt. Dass der Software-Gigant mit Akquisitionen dieser Größenordnung gehen kann, muss er noch beweisen.

Von Rüdiger Spies

Anfang Februar dieses Jahres bietet Microsoft für die Übernahme von Yahoo 44,6 Milliarden US-Dollar. Das sind 31 US-Dollar pro Aktie. Bereits im letzten Jahr bemühte sich Microsoft, mit Yahoo handelseinig zu werden, doch die Verhandlungen wurden auf Eis gelegt. Nun scheint die Fusion unter einem günstigeren Stern zu stehen. Jedenfalls stellen die derzeitige Aktienmarktkrise und der rückläufige Yahoo-Aktienkurs einen günstigen Zeitpunkt für eine Übernahme dar.

Microsoft muss nun aktiv werden, denn Microsofts Geschäftsmodell, dessen Profite nach wie vor auf Windows und Office basieren, ist langfristig für das über viele Jahre hinweg bekannte Wachstum nicht mehr tragfähig. Länder und Regierungen haben sich bereits gegen Microsoft und für Open Source entschieden. Fakt ist auch, dass nicht auf jedem RFID-Chip Microsoft-Software läuft und so zu kontinuierlichem Wachstum des Unternehmens beiträgt. Die Strategieänderung in "Software plus Service" macht dies - wenn auch immer noch zaghaft - deutlich.

Im Internet gelten andere Regeln und Google hat eindrucksvoll demonstriert, wie man mit Anzeigen und Werbung sowie weiteren Dienstleistungen im Internet sehr profitabel agieren kann.

Keiner der bisherigen Versuche Microsofts (insbesondere MSN, Hotmail oder auch die Life-Angebote) reichen auch nur annähernd an den Erfolg von Microsoft in seinem Stammgeschäft heran.

Selbst die von Microsofts Bill Gates gegründete Bildagentur Corbis bietet langfristig nicht den strategischen Nutzen, den sich Gates erhofft hat. Dieses von Microsoft Firmengründer Bill Gates persönlich aus dem Boden gestampfte Unternehmen sollte eine kontinuierliche Einnahmequelle auf der Basis des Internets darstellen und helfen, die Online- und Content-Marktmechanismen besser zu verstehen. Allerdings werden zu selten Bildrechte für 10.000 Dollar und mehr, die in Printmedien teilweise benötigt werden, verkauft. Die Proliferation von Bildmaterial durch die Nutzer des Internets (teilweise sogar mit Handy-Kameras aufgenommen) reichen für die Darstellung im Internet meistens aus. Die sich selbst zum Kauf anbietende größte Bildagentur (Getty Images) zeigt deutlich die Veränderungen am Markt auf. Bill Gates Corbis konkurriert mit deutlichen Abstand zum Marktführer in diesem Markt und bekommt die Marktveränderungen direkt zu spüren.

0 Kommentare zu diesem Artikel
57054