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Kann sich iPhone 2.0 im Unternehmen behaupten?

Die zweite Generation des iPhone hat viele Business-Funktionen integriert, um sich den Weg als Dienst-Handy zu ebnen. Doch reichen sie aus?

Von Anne-Kathrin Lange

Apple hat lange die Werbetrommel gerührt und offeriert seit dem 11. Juli sein iPhone 3G und die Firmware Version 2.0. Ausgestattet mit neuen Businessfunktionen und einem Hauch Exklusivität versucht Apple im Geschäftskundenumfeld zu punkten. Sicher hat Apple mit dem iPhone und seinem revolutionären Bedienkonzept die alteingesessenen Hersteller wachgerüttelt. Der Erfolg bei den Kunden durch die Interaktion über Gestik, die benutzerzentrierte Bedienlogik, das Design und die schnellen Reaktionszeiten sind für die etablierten Handyhersteller endlich ein Ansporn, ihre teilweise nicht sehr benutzerfreundlichen Konzepte zu überarbeiten.

Aber reicht das, um die Platzhirsche BlackBerry sowie Geräte mit Windows Mobile ernsthaft in Bedrängnis zu bringen? Diese bewegen sich schon länger im Geschäftskundenmarkt und sind mit den Anforderungen der Kunden gewachsen. Die etablierten Anbieter können auf langjährige, breite Unterstützung von Drittherstellern zurückgreifen, um zusätzliche Geschäftsapplikationen und Dienste beispielsweise für CRM oder Device Management für die jeweiligen Endgeräte anzubieten.

Vor diesem Hintergrund haben wir für den aktuellen Report "Das iPhone 2.0 im Unternehmenseinsatz" (http://www.berlecon.de/iphone) die für den Geschäftsalltag relevanten Funktionalitäten sowie die Sicherheit und Administrierbarkeit des neuen iPhone genauer unter die Lupe genommen:

Die Firmware iPhone 2.0 bietet an neuen Funktionalitäten und Diensten für den Geschäftsalltag PIM- und E-Mail-Synchronisation over-the-air mittels ActiveSync (ActiveSync-Push), Adresssuche im Firmenverzeichnis bzw. Global Address List (GAL), einen IPSec VPN-Client von Cisco, und WPA2 zur Absicherung des WLANs. Geschäftsleute, die ein iPhone 2G besitzen, kommen bereits mit einem Firmware Upgrade in den Genuss der neuen Businessfunktionen. Wer jedoch nicht auf GPS, UMTS und längere Akkulaufzeiten verzichten möchte, der muss neue Hardware in Form des iPhone 3G kaufen.

Der Marketingprofi Apple suggeriert den Kunden, dass das neue iPhone für den Einsatz im Geschäftsumfeld gewappnet ist. Wer jedoch täglich mit dem iPhone seinen Geschäftsalltag bestreitet, wird wesentliche Funktionen vermissen. Beispielsweise fehlen die für die Textverarbeitung essentiellen Funktionen "Cut, Copy and Paste". Damit könnten etwa Textausschnitte von einer E-Mail in eine andere kopiert werden. Diese Lücke kann nur Apple im Betriebssystem selbst schließen.

PIM- und E-Mailsynchronisation

Apple hat für seine neue Software das Microsoft-ActiveSync-Protokoll lizensiert. Damit können direkt via Push zwischen dem iPhone und Microsoft Exchange Server E-Mails, Kontakte und Termine, aber keine Aufgaben synchronisiert werden. Damit schließt Apple Firmen, die beispielsweise Lotus Domino oder GroupWise für ihre PIM- und E-Mail-Synchronisation verwenden, als potenzielle iPhone-Kunden solange aus, bis es Synchronsationslösungen von Drittanbietern geben wird. Konkurrent RIM ist hier besser positioniert: sein BlackBerry Enterprise Server bedient sowohl MS Exchange als auch Lotus Domino und GroupWise.

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