Analyse

IT-Freiberufler sollten dringend besser betreut werden

Mehr als 70 Prozent aller größeren Unternehmen in Deutschland setzen IT-Freiberufler ein. Allerdings lässt die Betreuung und Steuerung der freien Arbeitskräfte noch einiges zu wünschen übrig.

Von Dr. Andreas Stiehler

IT Service Management hat sich in den letzten Jahren zu einer Standarddisziplin in deutschen IT-Services-Organisationen gemausert. Grundlage dafür lieferte die Erfolgsgeschichte der IT Infrastructure Library (ITIL), die sich als De-Facto-Standard für die serviceorientierte Ausrichtung der IT im Unternehmen etablierte. Nahezu jede IT-Organisation hat bereits erste Projekte zu einer ITIL-konformen Reorganisation der IT-Services-Prozesse gestartet. Und schon seit Jahren steht das Thema "ITIL" ganz oben auf den Tagesordnungen von Konferenzen und Workshops im IT-Umfeld.
Einen Beleg dafür, dass die Bemühungen der IT-Organisationen um ein effizientes IT Service Management bereits erste Früchte tragen, liefert die Studie "IT: Kostenstelle oder Businessmotor", die Berlecon Research im Auftrag der IT-Beratung Beck et al. Services erstellte. Für die Analyse wurden 247 Fachbereichsleiter zu Ihrer Zufriedenheit mit der IT im Unternehmen befragt. Die Ergebnisse widerlegen das häufig gezeichnete Bild von der IT als "Buhmann im Unternehmen". Zwar fordert das Business deutlich mehr Beratung, Schnelligkeit und Servicebereitschaft. Ein Großteil der befragten Manager bescheinigen ihrer IT aber auch ein hohes Maß an Verlässlichkeit, insbesondere bei der Gewährleistung eines reibungslosen IT-Betriebs. Dieses Ergebnis ist durchaus den Bemühungen vieler IT-Organisationen um geordnete Prozesse zwischen IT und Business zu verdanken.
Die Externen werden wichtiger
Doch während der IT-Service-Management-Markt boomt, fristet eine angrenzende Disziplin – das Sourcing- & Lieferantenmanagement – immer noch ein Schattendasein. Insbesondere das Thema "IT Freelancer Management" hat es bislang kaum auf die Tagesordnungen der Konferenz- und Workshopveranstalter geschafft – von Best-Practice-Sammlungen à la ITIL ganz zu schweigen. Dabei ist die Einkaufsseite für die Gesamtperformance der IT-Organisationen von steigender Relevanz. Denn angesichts Kostendrucks, Fachkräftemangels und steigender Anforderungen des Business an die IT, gewinnt die externe Unterstützung durchaus an Bedeutung.
So hat sich der Einsatz externer IT-Spezialisten mittlerweile in Deutschland fest etabliert. Dies zeigt eine aktuelle Studie, die Berlecon Research im Auftrag der Hays AG erstellte. Demnach setzen bereits heute mehr als 70 Prozent der deutschen Unternehmen (ab 500 Mitarbeiter) externe IT-Spezialisten ein – Tendenz steigend. Die Studienergebnisse belegen, dass die Externen nicht nur für die Überbrückung von Kapazitätsengpässen rekrutiert werden, sondern immer öfter auch eine Beraterfunktion in den Unternehmen wahrnehmen. Doch je mehr externe IT-Spezialisten in den Unternehmen zum Einsatz kommen, desto herausfordernder ist auch deren Management.
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