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BIU bezieht Stellung zur "Killerspiel"-Debatte

13.03.2009 | 14:44 Uhr |

Nach der Tragödie in Winnenden, bei dem ein 17-jähriger Jugendlicher insgesamt fünfzehn Personen und anschließend sich selber erschoss, dauerte es nicht lange, bis erneut eine Debatte rund um PC-Spiele entbrannte. Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware hat nun eine Stellungnahme zu dem Vorfall veröffentlicht und warnt darin, einen vermutlich komplexen Tathintergrund zu sehr zu vereinfachen.

Kurz nach der schrecklichen Tat in Winnenden stürzten sich Medien und Politiker auf das Thema "Killerspiele". Der Bundesverband Interaktive Unterhaltungssoftware e.V. (BIU) weist in seiner Stellungnahme darauf hin, dass die Tatsache, dass der Täter im Besitz von Computerspielen war, nicht mit der Tat zusammenhängen muss, weil Computerspiele schließlich "ein fester Bestandteil der Jugendkultur" seien. Der Vorfall deute dagegen auf einen komplexen Tathintergrund hin. "Es steht zu vermuten, dass insbesondere die psychische Kondition und das soziale Umfeld des Täters wichtige Faktoren darstellen", so der Verband und weiter: "Ein unmittelbarer Zusammenhang zwischen dem Konsum gewalthaltiger Medien und der Tat von Winnenden ist nach derzeitigen Informationen nicht erkennbar."

Der BIU warnt außerdem davor, die Tragödie zum Anlass zu nehmen, um ein Versagen des Jugendschutzes festzustellen. "Die aktuelle Gesetzeslage verbietet bereits heute die Verbreitung von gewaltverherrlichenden Computer- und Videospielen auf der Grundlage des Strafgesetzbuches", so der BIU. Seit der Novelle des Jugendschutzgesetzes im Jahr 2003 sei die staatliche Kontrolle der Alterskennzeichnung gesetzlich bindend und die Alterskennzeichnung selbst ein hoheitlicher Verwaltungsakt der Obersten Landesjugendbehörden.

"Ein generelles Verbot von Spielen für Erwachsene käme einer Zensur gleich, welche angesichts der komplexen staatlichen Kontrollmechanismen nicht gerechtfertigt wäre", stellt der BIU fest. Der Verband weist außerdem die aktuelle Forderung der CDU/CSU-Fraktion zurück, die ein schärferes Verbot für Computer- und Videospiele gefordert hat. Diese Forderung wird von der BIU als "vollkommen unangemessen" und als "nicht zielführend" bezeichnet. Die bestehenden gesetzlichen Regelungen, so der Spieleverband, seien ausreichend. Vielmehr gelte es des Vollzug der bestehenden Gesetze zu verbessern.

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