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Blutbad im Hightech-Mekka von Tokio

09.06.2008 | 10:29 Uhr |

Ein Amok-Läufer hat im Tokioer Hightech-Mekka Akihabara mindestens sieben Menschen getötet. Der 25-Jährige Mann raste mit einem Klein-LKW in die Menschenmassen und stach danach mit einem Messer wahllos auf seine Opfer ein.

Akihabara heißt ein Stadtteil der japanischen Hauptstadt Tokio. Allerdings nicht irgendein Stadtteil: Akihabara ist die Einkaufsmeile und der Treffpunkt für Hightech-, IT- und Gadget-Freunde aus aller Welt. Wer Tokio besucht und sich auch nur etwas für PCs, Handys und Spiel-Konsolen begeistern kann, muss dort vorbeischauen. Am Sonntag wurde das Technologie-Viertel zum Schauplatz einer Tragödie: Ein offensichtlich geistig verwirrter Mann raste erst mit seinem Kleinlaster in die auf der zur Fußgängerzone umfunktionierten Hauptstraße herumgehenden Passanten und stach danach wahllos mit seinem Messer auf umstehende Menschen ein.

Der 25-jähriger Amok-Läufer tötetet nach bisherigen Angaben sieben Menschen und verletzte zehn weitere. Seine Opfer waren allesamt Passanten, die sich in Akihabara zum Bummeln oder Shoppen aufhielten und dem Täter zufällig vor das Messer gerieten. Das Blutbad hatte der Mann mit seinem Kleinlaster begonnen. Mit dem gemieteten Fahrzeug raste er auf der zu diesem Zeitpunkt für PKWs gesperrte Hauptstraße Chuo dori in die Fußgänger.

Der Mann kündigte sein Massaker vorher online in einem Mobilfunk-Forum an: "Ich gehe nach Akihabara um Menschen zu töten. Wenn mein Auto kaputt ist, benutze ich mein Messer… Ich bin müde". Danach veröffentlichte der Amok-Läufer wie in einem Nachrichtenticker sein aktuelles Vorgehen und seine Position. Um 12.10 Uhr Ortszeit setzte er seine letzte Nachricht ab: "Es ist so weit". Um 12.30 Uhr fuhr der angemietete Truck in die ahnungslosen Menschen, die auf der Straße flanierten. Dann stieg der Mann aus und schlitzte seine Opfer wie zuvor angekündigt mit einem Messer auf.

Der von den japanischen Medien als Tomohiro Kato bezeichnete Mann wurde festgenommen, er wird derzeit verhört. Nach seinen bisher bekannt gewordenen Äußerungen kam er nach Akihabara "um Menschen zu töten. Jeder war dafür okay".

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