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Amnesty International kritisiert Skype und Snapchat

27.10.2016 | 14:01 Uhr |

In einem Privatsphäre-Check hat die Menschenrechtsorganisation Amnesty International populären Messengern auf den Zahn gefühlt.

Wie sicher sind privaten Daten und Gespräche bei Snapchat, Skype und Telegram? Dieser Frage ist die Menschenrechtsorganisation Amnesty International in einem aktuellen Test nachgegangen. Im Privatsphäre-Check hat Amnesty International die Messenger-Dienste großer Unternehmen wie Google, Facebook und Microsoft überprüft – und kam teilweise zu überraschenden Ergebnissen.

Die höchste Punktzahl erreichen der Facebook Messenger und WhatsApp mit 73 von 100 Punkten. Amnesty International lobt die Transparenz der Dienste, kritisiert jedoch die schwache Verschlüsselungsform. Auf dem zweiten Rang landet Apple mit iMessage und Facetime. Die Menschenrechtsorganisation vergibt 67 von 100 möglichen Punkten und schätzt Apples öffentliche Haltung zu Verschlüsselungshintertüren. Laut Amnesty International sollte der Konzern seine Nutzer jedoch besser aufklären, in welchen Fällen ihre Nachrichten nicht mehr verschlüsselt sind.

Im Mittelfeld der Testergebnisse rangieren die Google-Dienste Allo, Duo und Hangouts sowie die Messenger Line und Viber. Kritik an den Google-Diensten gibt es unter anderem für die fehlende Verschlüsselung in Hangouts. Auch bei Allo und Duo gebe es lediglich eine optionale Ende-zu-Ende-Verschlüsselung. Die vor allem in Asien beliebte App Line verschlüsselt zwar automatisch alle Gespräche, das Unternehmen drückt sich jedoch um die Veröffentlichung eines Transparenzberichts. Ähnliche Kritik gibt es auch für Viber. Auch hier gibt es weder einen Transparenzbericht noch konkrete Details über die Verschlüsselungsmethoden.

Mit nur 40 von 100 Punkten schneidet Microsofts Skype ab. Laut Amnesty International nutzt Microsoft nur eine schwache Verschlüsselungsform, weiterhin sei Skype in den letzten Monaten das Ziel weltweiter Abhörversuche gewesen. Ebenfalls nur 40 Punkte bekommt der südkoreanische Messenger KakaoTalk. In den letzten Monaten war der Entwickler in die Kritik geraten. Kakao soll Nutzerdaten an Regierungsbehörden weitergegeben haben.

Auf den letzten drei Plätzen rangieren Snapchat, der BlackBerry Messenger sowie die chinesischen Apps WeChat und QQ. Während Snapchat keine Verschlüsselung anbietet, müssen Nutzer bei BlackBerry sogar noch dafür zahlen. Beide Dienste veröffentlichen zudem keinen Transparenzreport. Snapchats „verschwindende Nachrichten“ würden Nutzern zudem ein falsches Sicherheitsgefühl vermitteln.

WeChat und QQ erhalten jeweils Null Punkte. Entwickler Tencent ist das einzige Unternehmen, das nicht öffentlich bestätigte, dass es Regierungsbehörden keine Hintertür zur Verfügung stellen werde. Nutzer können also davon ausgehen, dass ihre privaten Daten herausgegeben werden.

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