2030761

Amazon-Mitarbeiter streiken nun an sechs Standorten

16.12.2014 | 09:51 Uhr |

Verdi erhöht den Druck auf Amazon. Zu den bereits fünf bestreikten Standorten kommt am Dienstag nun ein sechster Standort dazu.

Update 16.12.2014: Verdi hat am Dienstag nun auch die Amazon-Mitarbeiter in Koblenz zum Streik aufgerufen. Seit fünf Uhr wird der Amazon-Standort in Koblenz bestreikt. Damit werden nun zum ersten Mal zeitgleich sechs Standorte des Online-Versandhändlers bestreikt. Die Streiks soll bis Mittwochabend andauern. Gestreikt wird damit nun Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen), Graben (Bayern), Koblenz (Rheinland-Pfalz), Rheinberg und Werne (beide NRW).

An den fünf bereits am Montag bestreikten Standorten haben sich laut Angaben von Verdi insgesamt 2.300 Amazon-Mitarbeiter beteiligt. Das sei, so Verdi, ein großer Erfolg und zeige den Mut und die Entschlossenheit der Mitarbeiter. Mit dem zusätzlichen Streik in Koblenz solle nun der Druck auf Amazon weiter erhöht werden. "Das Unternehmen stößt mit seiner Blockadehaltung, überhaupt über einen Tarifvertrag zu verhandeln, auf immer mehr Widerstand", so Ver.di-Bundesvorstandsmitglied Stefanie Nutzenberger. Das Unternehmen versuche mit dem Hinweis, es orientiere sich am Logistiktarifvertrag, nur davon abzulenken, "dass es die Rechte von Beschäftigten grundsätzlich missachtet und weiterhin willkürlich alleine über die Arbeitsbedingungen entscheiden will“, sagte Nutzenberger.

Ursprüngliche Meldung vom 15.12.2014:

Verdi ruft die Amazon-Mitarbeiter am Montag erneut zum Streik auf. Nachdem in der vergangenen Woche für 24 Stunden in Bad Hersfeld (Hessen) gestreikt wurde, sind dieses Mal gleich fünf Standorte betroffen. Und es wird auch länger gestreikt: Drei Tage.

Von den Streiks betroffen sind die Amazon-Versandhandelszentren in Bad Hersfeld (Hessen), Leipzig (Sachsen), Graben (Bayern), Rheinberg und Werne (beide NRW). In Bad Hersfeld begann der Streik mit Beginn der Nachtschicht von Sonntag auf Montag. An den anderen Standorten wird seit Beginn der Frühschicht gestreikt.

"Amazon weigert sich weiterhin kategorisch, das Recht der Beschäftigten auf einen Tarifvertrag anzuerkennen und hält Gewerkschaften für überflüssig", so Stefanie Nutzenberger, ver.di-Bundesvorstandsmitglied. Und weiter: "Das Unternehmen will willkürlich die Arbeitsbedingungen diktieren, das ist der einzige Grund für Amazons Blockadehaltung. Dagegen wehren sich die Beschäftigten und auch Kunden und Bürger sollten sie darin unterstützen."

Laut Verdi gehe es nur um einen Grundsatzkonflikt. Die wichtigste Frage laute, so Verdi: Lasse man zu, dass ein weltweit agierender Konzern die Rechte von Beschäftigten missachte oder sorge man dafür, dass sich auch Amazon an Regeln halten muss?“ Amazon selbst habe es in der Hand, den Streik im Weihnachtsgeschäft zu beenden, in dem sich das Unternehmen bereit erkläre, einen Tarifvertrag abzuschließen. Verdi betont auch, dass sich der Streik nicht gegen die Kunden von Amazon richte. Das Unternehmen lasse allerdings Verbraucher für seine Blockadehaltung zahlen. Nutzenberger empfiehlt: "Lieferverzögerungen könnten wegen der Streiks nicht ausgeschlossen werden, und Kundinnen und Kunden sollten Bestellungen nicht allzu kurzfristig aufgeben."

Die Verbraucher ruft Verdi dazu auf, im Streit für die Arbeitnehmer Stellung zu beziehen. Dazu verweist die Gewerkschaft auf diese Petition auf Change.org , in der Amazon-Chef Jeff Bezos zur Schaffung fairer Arbeitsbedingungen aufgefordert wird.

0 Kommentare zu diesem Artikel
2030761