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Verbraucherschützer: Kritik an Amazons Dash-Button

06.09.2016 | 10:19 Uhr |

Mit dem Amazon Dash-Button können Prime-Mitglieder ab sofort auch in Deutschland mit einem Klick Waren nachbestellen. Verbraucherschützer kritisieren den Dash-Button deutlich.

Amazon hat den Dash-Button auch in Deutschland eingeführt. Damit können Amazon-Prime-Mitglieder Artikel des täglichen Bedarfs wie Putzmittel, Tierfutter oder Waschmittel von ausgewählten Marken per 1-Click-Bestellung nachordern.

So funktioniert der Amazon Dash-Button

Der Dash-Button kann ab sofort hier bestellt werden . Amazon verspricht umgehende Lieferung. Sie befestigen den Dash-Button neben dem Verbrauchsmaterial beziehungsweise der Maschine, bei der das Material verwendet wird. Der Dash-Button ist mit wiederverwendbaren Klebebändern und einem abnehmbaren Haken ausgestattet. Um den Dash-Button einzurichten, verbindet man ihn mit dem WLAN und wählt über die Amazon-App für iOS und Android das nachzubestellende Produkt aus.

Geht der Vorrat zu Neige, drücken Sie den Knopf und die Bestellung wird automatisch durchgeführt inklusive Prime-Zustellung. Sobald Sie den Dash-Button drücken, wird diese Anzeige grün, wenn eine Bestellung erfolgreich aufgegeben wurde, oder rot, wenn die Bestellung nicht erfolgreich war. Den Status Ihrer Bestellungen können Sie in der Amazon-App überprüfen. Nachschub für wichtige Alltagsartikel ist so rechtzeitig wieder im Haus, bevor der letzte aufgebraucht ist.

Waren-Preise

Mit dem Dash-Button bezahlen Prime-Kunden dieselben Preise wie auf Amazon.de, einschließlich kostenloser Prime-Lieferung, wie Amazon verspricht. Direkt nach der Auftragserteilung werden die Produkte, das Lieferdatum und der Preis bestätigt, indem an Ihr Smartphone eine Nachricht geschickt wird. Sie können dann Ihre Bestellung überprüfen, ändern oder stornieren. Produkte, die Sie mit dem Dash-Button gekauft haben, unterliegen der Rückgabegarantie.

Dash Button von Amazon (AMZN)
Vergrößern Dash Button von Amazon (AMZN)
© Amazon

Diese Marken werden unterstützt

Für folgende Marken stehen Amazon-Prime-Mitgliedern die Dash-Buttons zur Verfügung: Ariel, Avery Zweckform, biozentrale, Brabantia, Caffè Vergnano 1882, Cesar, Cottonelle, Derwent, Diadermine, Dreamies, Durex, Eukanuba, Finish, GBC, Gillette, Herma, Kleenex, Nerf, Nobo, Oral-B, Pedigree, Persil, Play-Doh, Power Point Energy Drink, Rexel, Sagrotan, Schwarzkopf, Sheba, Somat, Veet, Whiskas, Wilkinson.

Kosten für die Dash-Buttons

Sie zahlen pro Dash-Button einmalig 4,99 Euro. Dieser Betrag wird mit der ersten Bestellung verrechnet. Insofern kosten die Dash-Buttons also nichts.

Amazon Dash Replenishment Service (DRS)

Außerdem ist der Amazon Dash Replenishment Service DRS ab sofort verfügbar. DRS ist ein Cloud-basierter Dienst, der es Geräteherstellern ermöglicht, ihre netzwerkfähigen Geräte über simple Schnittstellen so aufzurüsten, dass sie automatisch Waren nachbestellen können. Eine Waschmaschine ist dann beispielsweise in der Lage, Waschmittel selbst zu ordern oder ein Drucker neuen Toner.  Laut Amazon integrieren zudem Bauknecht, Brother, Bosch und Siemens Hausgeräte, Grundig, Kyocera und Samsung den Dienst bereits in ihre vernetzten Geräte.

Probleme

Mit den Dash-Buttons sind durchaus auch Probleme verbunden. So sieht der Benutzer den aktuellen Preis erst, wenn er bereits auf den Button gedrückt hat und die Nachricht mit der Bestellbestätigung erhalten hat. Eine seit der letzten Bestellung durchgeführte Preiserhöhung wird ihm also nicht vorab mitgeteilt. Zudem ist jeder einzelne Dash-Button mit exakt einem bestimmten Produkt verbunden. Wechselt man also die Marke für eine Produktkategorie, so muss man einen neuen Dash-Button kaufen.

Verbraucherschützer kritisieren Dash-Button

Die Verbraucherzentrale Nordrhein-Westfalen kritisiert den Amazon Dash-Button scharf. Die Verbraucherschützer bemängeln, dass Kunden dadurch unter Druck geraten könnten, mehr bei Amazon und dessen Partnern zu kaufen und nicht mehr auf den Preis zu achten. Zudem erfahren Kunden beim Druck auf den Button nicht, welches Produkt sie zu welchem Preis erhalten.

Konkret stören sich die Verbraucherschützer an diesen Punkten:
* Im Online-Handel müssen Kauf-Buttons eindeutig bezeichnet sein
* Transparenz der Preise
* Starke Bindung an Produkte und Amazon
* Prime-Mitgliedschaft ist Pflicht, auch die Buttons kosten
* Amazon verknüpft auch intelligente Geräte mit dem Programm
* Amazon-App ist sehr datenhungrig
* Amazon empfiehlt, das WLAN-Passwort auf seinen Servern zu speichern
* Amazon kann genauere Daten übers Kaufverhalten sammeln

Die Verbraucherschützer betonen, dass „Im Internet Verträge nur dann wirksam abgeschlossen werden, wenn der Nutzer einen Button mit der Beschriftung ‚zahlungspflichtig bestellen‘ oder einem vergleichbaren, aber eindeutigen Wortlaut angeklickt hat.“

Das ist beim Dash-Button nicht der Fall.Erst mit der nach dem Druck auf den Dash-Button verschickten Mail kann der Kunde seinen Kauf prüfen.

Zudem fragen die Verbraucherschützer: „Einen Dash-Button, der zum Beispiel an eine Waschmaschine geklebt ist, kann im Haushalt auch ein Kind oder ein Gast drücken. Wer steht dann für den Kauf gerade? Ein Dash-Button kann laut Amazon immer dann einen neuen Kauf auslösen, sobald der letzte zugestellt worden ist. Bei Amazons Prime-Programm ist es allerdings üblich, dass die Waren schon am nächsten Tag zu Hause ankommen – für Änderungen gibt es also wenig Zeit.“

Die vollständige Kritik der Verbraucherschützer mit detaillierter Begründung zu allen Punkten finden Sie hier .

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