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GPS von Ausfall bedroht

25.05.2009 | 16:41 Uhr |

Das Satelliten-gestützte Positionierungssystem GPS des US-Militärs zeigt Alterserscheinungen. Die Erneuerung veralteter Satelliten hinkt drei Jahre hinter dem Zeitplan her, wodurch die Funktionsfähigkeit des Systems gefährdet sein kann.

Das US-Verteidigungsministerium macht sich Sorgen um das Global Positioning System (GPS), das von Ausfällen überalterter Satelliten bedroht ist. Etliche der 30 Satelliten, die zurzeit das GPS bilden, haben ihre geplante Lebensdauer bereits überschritten und sind nur noch beschränkt funktionsfähig. Eine neue Satellitengeneration steht zwar in den Startlöchern, ihr Einsatz ist jedoch drei Jahre hinter dem Zeitplan zurück.

Das amerikanische GPS ist ursprünglich als reines Militärsystem entwickelt worden (wie auch der Vorläufer des Internet), um Operationen der US-Streitkräfte zu unterstützen. Verschiedene Waffensysteme, etwa Lenkwaffen, werden mit Hilfe von GPS gesteuert. Erst viel später hat das Militär auch zivile Nutzungen wie die heute üblichen Navigationssysteme ermöglicht.

Für die Funktionsfähigkeit des GPS sind mindestens 24 Satelliten erforderlich. Derzeit hält die militärische Weltraumkommandozentrale 30 Satelliten am Laufen, wie Generalleutnant Larry James von einem Ausschuss des US-Repräsentantenhauses berichtet hat. Darunter seien einige nur einen Defekt einer Baugruppe vom Ausfall entfernt. Drei Einheiten würden derzeit im Ruhezustand gehalten und alle sechs Monate aktiviert, um ihre Funktionsfähigkeit zu erhalten.

Die US-Luftwaffe hat im März den siebten Satelliten der aktuellen Generation in den Orbit gebracht und bereits 2007 eine neue Steuerungszentrale installiert, die die kommende Satellitengeneration, GPS IIF, unterstützt. Der erste dieser neuen Satelliten soll im November 2009 gestartet werden, weitere sollen in den nächsten drei bis fünf Jahren folgen.

Kann dieser bereits im Verzug befindliche Zeitplan nicht eingehalten werden, könnten Teile des GPS ausfallen oder nur noch eingeschränkt zur Verfügung stehen. Das U.S. Government Accountability Office (GAO), ursprünglich eine Art Bundesrechnungshof, sieht die derzeitige Planung als recht optimistisch an und warnt vor den Folgen weiterer Verzögerungen. Ab 2010 könnte die Zahl der funktionsfähigen Satelliten unter die Mindestanzahl fallen.

Die europäische Alternative, das konzeptionell modernere System " Galileo ", soll ab 2010 zur dritten Generation des US-GPS, die ab 2014 eingesetzt werden soll, kompatibel sein. Durch die Kombination beider Systeme würden nach Fertigstellung (geplant für 2013) 60 Satelliten zur Verfügung stehen, was eine genauere und zuverlässigere Navigation ermöglichen sollte.

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