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UMPC Gigabyte U60 im Test

13.02.2008 | 11:00 Uhr |

Der Asus EEE PC hat den Markt für Mini-Notebooks kräftig durcheinandergewirbelt. Nützt das aufgefrischte Interesse an mobilen Kleingeräten auch den Ultra-Mobile-PCs (UMPCs)? Ob sie die bessere Wahl für unterwegs sind, testen wir anhand des Gigabyte U60.

Klein und handlich ist der Gigabyte U60 auf alle Fälle: Er wiegt nur 740 Gramm und unterbietet damit jedes Subnotebook – auch die 920 Gramm des Asus eee PC. Für Hemd- und Hosentasche ist er trotzdem zu groß und zu schwer.

Bedienung: Zur Eingabe bietet der Gigabyte U60 außer Touchscreen und Stift auch eine QWERTY-Tastatur: Sie kommt zum Vorschein, wenn man das Display nach oben wegschiebt. Sie besitzt 65 Tasten mit acht Zentimeter Breite, die in zwei Blöcken links und rechts angeordnet sind - eigentlich ideal zur Daumenbedienung, doch Anwender mit kleinen Händen müssen sich kräftig strecken, um alle Tasten ohne Griffänderung erreichen zu können. Die Tasten verfügen über einen deutlichen Druckpunkt, das Schreiben von Mails und kurzen Texten geht damit deutlicher bequemer von der Hand als auf einer Smartphone-Tastatur. Zwischen den Tastaturblöcken liegen vier Shortcut-Tasten, mit denen man WLAN, Bluetooth und die Web-Cam aktiviert sowie den UMPC aus der optionalen Docking-Station lösen kann.

Um das Display herum versammelt Gigabyte weitere Bedienelemente, unter anderem ein Mini-Touchpad rechts unten und zwei Maustasten links oben. Aufgrund der Positionierung neigt man dazu, das Touchpad mit dem Daumen zu bedienen: Doch das zu kleine Touchpad-Feld verhindert präzises Navigieren. Besser steuert man mit dem Zeigefinger – dazu muss man den UMPC aber hinlegen oder –stellen, was ein ausklappbarer Standfuß ermöglicht.

Handschrifterkennung mangelhaft: Ein echter Mehrwert der UMPCs ist ihre Handschrifterkennung – das Mini-Notebook lässt sich so als elektronisches Notizbuch nutzen. Im Gegensatz zu anderen UMPC-Herstellern verzichtet Gigabyte beim U60 auf die Tablet-PC-Edition von Microsoft: Auf unserem Testgerät war die Home-Version von XP installiert, zum Erkennen handschriftlicher Eingaben nutzt der U60 die Software Pensoft Pro. Die kann allerdings dem Konkurrenzprodukt von Microsoft nicht das Wasser reichen: Im Test erkannte die Software praktisch keine Eingaben, nur bei sauberster Druckschrift lag die Erkennungsrate bei einer gerade noch annehmbaren Quote. Da das Gigabyte U60 einen echten Touchscreen besitzt, stürzt man ihn in vollkommene Verwirrung, wenn man beim Schreiben die Hand auf dem Display ablegt: Auch diese unabsichtliche Bildschirmberührung interpretiert er nämlich als Eingabe. Weitere Minuspunkte: Die Displayoberfläche bietet keinen gleichmäßigen Widerstand beim Schreiben – an manchen Stellen ist sie extrem glatt, an anderen aufgeraut. Die recht dicke Touch-Oberfläche über dem Panel ist nämlich nicht eben aufgebracht – bei genauerem Hinsehen erscheint sie leicht gewellt. Eine Option zum Umstellen auf Linkshänder-Bedienung sucht man ebenfalls vergeblich.

Multimedia : Als Notizblock ist der Gigabyte U60 also nicht zu gebrauchen – aber vielleicht als mobiler Multimedia-Player? Das Abspielen einer DVD von einem externen USB-Laufwerk funktioniert problemlos – die CPU-Last liegt dabei allerdings schon bei bedenklich hohen 70 Prozent. Auch Divx-Filme machen bis zu einer Auflösung von 800 x 600 Bildpunkten keine Probleme. Maximal kann das 6,5-Zoll-Display des Gigabyte U60 1280 x 768 Pixel darstellen – Gigabyte nutzt aber 1024 x 600 Bildpunkte und außerdem eine größere Windows-Schrift: Damit kann man den U60 deutlich besser bedienen als andere UMPCs – doch auch bei dieser Auflösung sind einige Windows-Dialogboxen abgeschnitten.

Display: Trotz der matten Oberfläche spiegelt das Display: Seine Leuchtdichte ist zu gering, um die Reflexionen zu überstrahlen. Das Weißbild wirkt wie mit einem Grauschleier versehen. Farben erscheinen auf dem U60 natürlich, aber nicht leuchtend satt. Im Büro reicht die Helligkeit, draußen erkennt man nur noch wenig auf dem Bildschirm.

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