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Altavista & Co: Wer bleibt übrig?

03.11.2000 | 14:43 Uhr |

Die ersten Internetfirmen streichen bereits die Segel, sie sind pleite, oder stehen kurz davor. Fälle wie Gigabell belegen, dass auch im Internet auf lange Sicht gesehen, Geld verdient werden muss. Jetzt beginnt der Verdrängungskampf unter Portalen wie Altavista und Co.

Die ersten Internetfirmen streichen bereits die Segel, sie sind pleite, oder stehen kurz davor. Fälle wie Gigabell belegen, dass auch im Internet auf lange Sicht gesehen, Geld verdient werden muss. Jetzt beginnt der Verdrängungskampf unter Portalen wie Altavista und Co.

Die Marktforscher von Forrester Research haben nun den Markt für Online-Portale genauer unter die Lupe genommen. Ihrer Ansicht nach wird sich das Dot-Com-Sterben (siehe Glossar) auch in diesem Bereich auswirken.

Lediglich die großen Anbieter wie Yahoo und AOL werden sich gegenüber den Mitbewerbern auf lange Sicht durchsetzen können. Aber auch die Portale, die eine starke Telefongesellschaft im Rücken haben, wie T-Online oder Terra Networks (Telefonica) können einigermaßen zuversichtlich in die Zukunft blicken.

Nach Ansicht der Forscher werden in Frankreich und Deutschland in naher Zukunft ähnliche Verhältnisse wie in Großbritannien herrschen, wo bereits jetzt die drei führenden Portale 14 Prozent des gesamten Online-Verkehrs abschöpfen. Das entspricht fast dem Dreifachen des Marktanteils, den die nachfolgenden zehn Portale zusammengerechnet auf die Waage bringen.

Gleichzeitig summieren sich die eingenommenen Werbeeinnahmen dieser Top-Drei-Portale auf 39 Prozent der gesamten Ausgaben in diesem Bereich. Da die Unternehmen nur auf denjenigen Portalen Werbung treiben wollen, welche die meisten Besucher aufweisen kann, wird sich der Werbekuchen immer mehr auf die großen konzentrieren. Dies geht natürlich zu Lasten der kleinen Anbieter, denen auf längere Sicht eine wichtige Einnahmequelle verloren geht.

Die überlebenden Portale werden sich jedoch, laut Forrester, lediglich bis zum Jahr 2005 über ihren Sieg freuen können. Zu diesem Zeitpunkt werden sich die Anwender mehr und mehr anderen Kommunikationsmöglichkeiten wie Handys - dann wohl mit UMTS-Standard - oder internetfähigen Fernsehgeräten zuwenden und nicht mehr den klassischen Weg über den PC gehen. (PC-WELT, 03.11.2000, mp)

Yahoo will weiter wachsen (PC-WELT Online, 16.06.2000)

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