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Allianz lagert an Fujitsu aus

15.05.2007 | 13:18 Uhr |

Der Desktop- und Netzbetrieb des Versicherungskonzerns liegt in den kommenden fünf Jahren in der Verantwortung von Fujitsu Services. 500 IT-Mitarbeiter wechseln den Arbeitgeber.

Die Allianz Dresdner Informationssysteme GmbH (Agis) hat heute einen Outsourcing-Deal mit Fujitsu Services unterschrieben. Der IT-Dienstleister betreibt künftig die dezentralen IT-Services und die Netze für Allianz Deutschland und die Dresdner Bank. Das Vertragsvolumen beläuft sich auf rund 400 Millionen Euro, etwa 500 Agis-Mitarbeiter wechseln unter das Dach von Fujitsu Services . Im Rahmen des Abkommens haben die Unternehmen eine strategische Partnerschaft bis zum Jahr 2012 vereinbart.

Die Agis hatte das Vorhaben im August vergangenen Jahres angekündigt . Damals haben Analysten den Wert eines möglichen Deals auf 450 bis 900 Millionen Euro bei einer Laufzeit von fünf bis zehn Jahren geschätzt. Das nun vereinbarte Vertragsvolumen liegt damit etwas unter den prognostizierten Werten.

Kurt Servatius, Vorsitzender der Agis-Geschäftsführung: "Bei der Suche nach einem Partner ging es uns vor allem darum, den Mitarbeitern eine gute Zukunftsperspektive zu geben."
Vergrößern Kurt Servatius, Vorsitzender der Agis-Geschäftsführung: "Bei der Suche nach einem Partner ging es uns vor allem darum, den Mitarbeitern eine gute Zukunftsperspektive zu geben."
© 2014

"Bei der Suche nach einem Partner für dieses Geschäftsfeld ging es uns vor allem darum, den Mitarbeitern eine gute Zukunftsperspektive zu geben", sagte Kurt Servatius, Vorsitzender der Agis-Geschäftsführung. "Fujitsu will in diesem Geschäftsfeld in Deutschland weiter wachsen. Das ist mit Sicherheit die beste Voraussetzung, um langfristig Beschäftigung zu sichern."

Winfried Holz, Geschäftsführer Fujitsu Services Deutschland, hatte erst im Februar 2007 angekündigt , Wachstum durch Übernahmen von IT-Dienstleistern und IT-Töchtern großer Konzerne sowie durch umfangreiche internationale Auslagerungsdeals anzustreben. Einen bedeutenden Einstieg in das hiesige Servicegeschäft war Fujitsu Services – immerhin die Nummer drei unter den weltweit führenden IT-Serviceanbietern – mit der Akquisition der TDS Informationstechnologie AG im Dezember 2006 gelungen. "Im Gegensatz zu vielen unserer großen Mitbewerber haben wir keine Überkapazitäten", sagte Holz nun anlässlich der Vertragsunterzeichnung. "Ich freue mich über diesen Outtasking-Auftrag, gerade weil er unsere Wachstumspläne in Deutschland unterstützt." Die übernommenen Mitarbeiter sollen in die europaweite Serviceorganisation von Fujitsu integriert werden und dort sukzessive auch Aufgaben für andere Kunden übernehmen.

Unbenommen des Outsourcing-Deals positioniert sich die Aliianz-Tochter Agis weiterhin als Full-Service-Provider für den Versicherungs- und Bankkonzern. Auch die Steuerung der ausgelagerten Leistungen sowie die Abrechnung obliegt der Agis. Im Engineering und Projektgeschäft beansprucht sie die Führung, strebt jedoch eine enge Verzahnung der Partner an.

Vor zwei Wochen hatte die Allianz angekündigt, ihre interne IT europaweit neu zu organisieren und in einem Shared Service Center zu bündeln . Davon ist auch die Agis betroffen. "Die beiden Veränderungen gehen Hand in Hand", erläuterte Servatius. "Ein wichtiger Teil der Neuausrichtung der IT-Infrastruktur in Europa ist die Unterscheidung zwischen Kernbereichen, also Großrechnersystemen und Servern, und Bereichen, die nicht unsere Kernkompetenz bleiben werden, also Desktop-, Netz- und Telekommunikationsservices." Letztere Dienste seien nun in einem ersten Schritt in Deutschland ausgelagert worden. Ein europaweites Outsourcing-Projekt werde folgen. Dafür, so Servatius, könne sich auch Fujitsu Services bewerben. (jha)

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