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Alle 3 Jahre an Microsoft zahlen

08.05.2001 | 14:05 Uhr |

Microsoft-Software ist nicht gerade billig. Um noch mehr Geld zu verdienen, lassen sich die Strategen aus Redmond immer gerne was Neues einfallen. Der jüngste Einfall von Microsoft: Warum einmalig für eine Software kassieren, wenn man für die selbe Software alle paar Jahre auf's Neue kassieren kann?

Microsoft-Software ist nicht gerade billig. Um noch mehr Geld zu verdienen, lassen sich die Strategen aus Redmond immer gerne was Neues einfallen. Der jüngste Einfall von Microsoft: Warum einmalig für eine Software kassieren, wenn man für die selbe Software alle paar Jahre auf's Neue kassieren kann?

Bisher kauften Unternehmen im Rahmen eines Lizenzvertrags mit Microsoft ein Produkt und zahlten einmalig in Abhängigkeit von der Nutzerzahl. In Zukunft werden die Unternehmen nach einem Bericht des Nachrichtenmagazins Cnet aber ein Microsoft-Produkt für die Nutzung von drei Jahren kaufen. Anschließend müssen die Unternehmen das Programm von Microsoft neu kaufen. Kaufen sie es nicht, dann dürfen sie es nicht mehr nutzen.

Die Änderung einer nicht-zeitbegrenzten Lizenz in eine zeitbeschränkte Lizenz bringt für Microsoft ein paar Vorteile. Vor allem kann sich Microsoft über eine stetige Einnahmequelle freuen, die immer wieder aufs neue sprudelt. Gleichzeitig kann Microsoft aber auch die Unternehmen dazu bewegen, sich für ein neue Version eines Programms zu entscheiden.

Ein Beispiel verdeutlicht die Gründe für die Pläne: Microsoft geht nach eigenen Schätzungen davon aus, dass 60 Prozent aller Unternehmen immer noch Office 95 oder Office 97 einsetzen. Microsoft ist diese Tatsache natürlich ein Dorn im Auge. Schließlich ist schon seit längerem Office 2000 auf dem Markt und Office XP steht bereits in den Startlöchern. Bisher konnte es Microsoft aber nicht gelingen, die Unternehmen von den Vorzügen der neuen Office-Pakete zu überzeugen.

Mit der Änderung des Lizenzmodells erhofft sich Microsoft bessere Karten bei der Überzeugungsarbeit. Dabei wird auch weiterhin ein zeitlich unbegrenztes Lizenzmodell angeboten werden, dass aber um ein vielfaches teuerer sein wird, als das bisherige Modell.

"Die Leute werden Microsoft eine monatliche Rechnung wie für Strom und Wasser zahlen", bringt es der Analyst Neil MacDonald gegenüber dem amerikanischen Nachrichtenmagazin Cnet auf den Punkt. Allerdings hat MacDonald auch seine Befürchtungen, wohin dieses neue Modell führen soll.

So könne Microsoft den Unternehmen das Drei-Jahres-Modell preislich schmackhaft machen, aber was nach den drei Jahren passiere können nicht abgesehen werden. So befürchtet MacDonald, dass Microsoft dann den Preis einfach diktieren könnte.

Für die Unternehmen wäre der komplette Wechsel eine Software-Plattform extrem kostspielig. MacDonald: "Stellen Sie sich vor, dann kommt jemand in Büro und sagt: 'Zahl mir 100.000 Dollar, oder ich nehme Dir alle Exemplare von Microsoft Office weg'."

Dass das neue Modell auch seinen Weg nach Deutschland findet ist eher unwahrscheinlich. Nach deutschem Recht würde es sich dann um einen Verleih oder eine Vermietung handeln, die Microsoft Nachteile bringt.

Recovery-CD in Vollversion umwandeln (PC-WELT Online, 07.05.2001)

PC-WELT Ratgeber: Software-Lizenzverträge: Ihr gutes Recht

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