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Al Gore kämpft für unabhängigen Internet-Journalismus

Werbewirksame Inhalte sind in den USA inzwischen wichtiger geworden, als seriöse Berichterstattung. In seiner jüngsten Rede zum Thema „Medien und Demokratie“ prangert Al Gore die schwindende Glaubwürdigkeit des Fernsehjournalismus an und setzt sich für den freien Video-Journalismus im Internet ein.

In seiner jüngsten Rede an einer amerikanischen Universität kritisierte der ehemalige Vizepräsident Al Gore die momentane Stellung des Nachrichtenjournalismus im Fernsehen aufs Heftigste. In Amerika sind TV-Berichterstattungen, trotz der wachsenden Glaubwürdigkeit des Internets, noch immer die am häufigsten konsumierten Medien. Besonders die fehlende Möglichkeit zur Einflußnahme auf diese Form der Berichterstattung ist dabei Ziel von Gores Kritik. Anstelle die Wünsche der Zuschauer zu berücksichtigen, legen die Medienanstalten Wert darauf, ihre Investoren zufrieden zustellen und senden somit fast ausschließlich werbeträchtige Inhalte. Laut Gore sei dieser Mißstand besonders beim Thema „Hurricane Katrina“ deutlich geworden.

Ein unabhängiges TV-Netzwerk auf dem Amateur-Inhalte oder Berichte freischaffender Journalisten gesendet werden, soll zu einer vielfältigeren Themenauswahl führen. Auch das Internet sieht der ehemalige Vizepräsident als Medium der Zukunft. Video-Journalismus soll der Bevölkerung die Möglichkeit geben, aus bevorzugten Themen zu wählen und selbst Inhalte beizusteuern. Diese neue Zwei-Wege-Berichterstattung müsse gesetzlich gegen kommerzielle Interessen abgesichert werden. Dafür will sich Gore auch in Zukunft einsetzen und führt seine Campus-Tour mit Podiums-Diskussionen führender Journalisten fort.

Die ungeschnittene Audio-Version von Al Gores Rede finden Sie im Podcast der Studentenzeitung der Middle State Tennessee State University .

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