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Linux-Netbooks werden eher zurückgegeben

09.10.2008 | 08:20 Uhr |

Eigentlich ist das quelloffene Betriebssystem Linux geradezu prädestiniert für den Einsatz auf den Hardware-mäßig eher schmalbrüstigen Netbooks. Doch die Umtauschquote bei Netbooks weist auf deutliche Akzeptanzprobleme bei Linux hin: Bis zu vier Mal öfters geben Käufer ihr neues Netbook wieder zurück, wenn darauf Linux statt Windows installiert ist.

Notebook-Hersteller MSI schreckte die Linux-Community mit der Mitteilung auf, dass die Rückgabe- beziehungsweise Umtauschquote bei Netbooks mit Linux vier mal höher sei als bei Netbooks mit Windows XP (das aktuelle Microsoft-Betriebssystem Vista spielt aufgrund seines Ressourcen-Hungers in Zusammenhang mit Netbooks keine Rolle). Da stellt sich natürlich die Frage nach den Gründen.

Speziell im Fall des MSI Wind U90X mag das darauf installierte Suse Linux Enterprise Desktop 10 eine Rolle spielen, das nicht unbedingt Jubelstürme bei Anwendern hervorruft. Auch bei einem früheren Acer-Notebook war eine eher dubiose Linux-Version installiert. Doch wie Gerry Carr, Marketing Manager bei Canonical, der Firma hinter dem populären Ubuntu Linux, bestätigte, lässt sich die höhere Umtauschquote auch für Netbooks mit anderen, benutzerfreundlicheren Linux-Distributionen nachweisen. Nur am Linux-OS des MSI Wind kann es also nicht liegen.

Möglicherweise ordern Kunden - insbesondere in Online-Shops - ja ein Linux-Netbook ohne genau zu wissen, wie das Betriebssystem ihres Gerätes eigentlich aussieht und wie es konkret bedient wird. Wenn die bisherigen Nur-Windows-Nutzer dann das erste Mal ihr neues Netbook hochfahren - und im Hinterkopf die optische Anmutung von Windows Vista haben - so scheinen relativ viele vom Anblick des zwar sehr effektiven aber normalerweise eben eher schlichten Linux-Desktops enttäuscht zu sein. Generell scheinen viele Netbook-Käufer nur auf den günstigen Preis des Netbooks fixiert zu sein ohne dabei zu berücksichtigen, dass sie sich mit einem neuen, bisher unbekannten Betriebssystem vertraut machen müssen. Viele Käufer sind ganz offensichtlich dazu nicht bereit, sie wollen nicht Linux lernen, sondern weiterhin mit dem gewohnten Windows arbeiten. Ohne aber dafür den nötigen Preis bezahlen zu müssen.

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