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Altes Ärzte-Lied stürmt wieder die Charts (Update)

04.09.2015 | 14:12 Uhr |

Ein Ärzte-Song aus den 90ern stürmt aktuell die Charts von iTunes, Amazon und Google. Die Menschen wollen ein Zeichen setzen gegen Fremdenhass.

Unter dem Titel "Aktion Arschloch!" ist eine Aktion gegen Fremdenfeindlichkeit in Deutschland gestartet. Gerade in Hinblick auf die aktuellen Übergriffe auf Flüchtlingsheime. Die Macher wollen das Lied "Schrei nach Liebe" von "Die Ärzte" wieder zurück in die Charts und ins Radio bringen. Das Lied aus dem Jahr 1993 handelt von einem Neonazi und findet deutliche Worte für ihn. Zitat: "Du bist wirklich saudumm […] Alles muss man dir erklären, weil du wirklich gar nichts weißt …“. Im Refrain wird teilweise nach einer Erklärung für die Fremdenfeindlichkeit des Besungenen gesucht. Doch endet er stets auf den Ausruf "Arschloch!".

"Schrei nach Liebe" war das erste Lied der Ärzte nach dem Mauerfall und das erste politische Lied der Band, wie etwa auf Wikipedia nachzulesen ist. Bela B. von den Ärzten wird viele Jahre später so zitiert: „Nach Hoyerswerda […] konnten wir halt nicht mehr schweigen!“. Die Stadt Hoyerswerda erlangte traurige Berühmtheit durch mehrere rassistisch motivierte Übergriffe im Jahr 1991. Dabei wurde auch ein Flüchtlingsheim angegriffen.

Die Macher der Aktion betonen, dass es keine Werbeaktion für Die Ärzte sei und dass sie nicht im Auftrag der Band handeln. Sie wollen damit lediglich ein Zeichen setzen. Und haben es eigentlich auch schon geschafft. in iTunes, Amazon und Google Play erklimmt der Jahrzehnte alte Song derzeit die Spitzen der Charts. Und viele Radiosender spielen den Song bereits wieder. Auf Twitter lässt sich der Erfolg der Aktion mittels Hashtag #AktionArschloch mitverfolgen. Zahlreiche Unterstützer kaufen den Song nun, bewerten ihn positiv und treiben ihn so an die Chart-Spitzen.

Update: Die Ärzte haben sich zu der Aktion geäußert . Sie "finden es gut und wichtig, dass im Radio Stellung bezogen wird". Die Aktion wäre aber auch mit jedem anderen Anti-Nazi-Song cool gewesen, schreiben sie. Und außerdem: Wir wollen an dieser Sache nichts verdienen und werden alle Einnahmen von "Schrei nach Liebe" an Pro Asyl spenden . Abschließend wünschen sie allen Nazis und Sympathisanten schlechte Unterhaltung.

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