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Airbus plant Luft-Taxis ohne Piloten

19.08.2016 | 11:17 Uhr |

Airbus entwickelt verschiedene Arten von autonom fliegenden Lufttaxis. Mit ihnen sollen Passagiere in Großstädten durch die Lüfte fliegen – ohne Pilot.

Derzeit schreibt Airbus eher Negativschlagzeilen. Sowohl beim Kampfhubschrauber Tiger als auch beim Kampflugzeug Eurofighter gibt es immer neue technische Probleme. Und das neue Transportflugzeug der Bundeswehr, der Airbus A400M, dürfte so ziemlich der schlimmste Pannenflieger sein, den die Bundeswehr jemals angeschafft hat (vom Starfighter-Desaster einmal abgesehen). Airbus braucht also dringend positive Nachrichten – und die liefert der Luft- und Raumfahrtkonzern gleich selbst: Mit seinen Visionen für die Zukunft des innerstädtischen Verkehrs.

Immer mehr Menschen leben in Ballungszentren. Schon heute sind die Straßen in den Großstädten überlastet und lange Verkehrs-Staus normal, mit der stetig zunehmenden Bevölkerungszahl in den Großstädten und Megacities (als Megacity gilt eine Stadt mit mindestens zehn Millionen Bewohnern) wird sich das Verkehrsproblem noch verschärfen. Airbus forscht deshalb im Silicon Valley an Lufttaxis, die an den Bruce-Willis-Film „Das fünfte Element“ erinnern.

Konkret arbeitet eine Forschungsgruppe von Airbus an zwei Luft-Taxi-Projekten: Vahana und CityAirbus. Sowie an einem Drohnen-Projekt: Skyways.

Vahana: Autonomer Passager- und Güter-Transport

Bei Vahana geht es um ein autonomes Fluggerät, das sich sowohl für den Passagier- als auch für den Gütertransport eignen soll. Die dafür erforderliche Technik sei grundsätzlich bereits verfügbar, schreibt Airbus. Wobei Airbus allerdings speziell bei den Sensoren und der Software für das autonome Fliegen noch viel Entwicklungsarbeit leisten muss, weil diese Technologie ja selbst bei Autos noch in der Erprobungsphase steckt. Außerdem müssen für den finalen Einsatz noch die rechtlichen Rahmenbedingungen geklärt werden.

Beim Personentransport soll Vahana ähnlich wie das Car-Sharing funktionieren. Transportunternehmen betreiben eine Flotte von autonom fliegenden Fahrzeugen, die die Passagiere per Smartphone-App bestellen können.

Skyways: Drohne stellt Pakete zu

Airbus Helicopters und die Civil Aviation Authority of Singapore (CAAS) haben zur Erprobung des autonomen Fliegens eine Vereinbarung unterzeichnet, mit der Airbus Helicopters einen Paketzustelldienst per Flugdrohne auf dem Campus der Universität von Singapur ab Mitte 2017 testen darf. Airbus betont aber, dass man mit diesem Skyways-Projekt nicht mit Amazon oder Paketzustelldiensten wie DHL konkurrieren wolle.

So soll Skyways funktionieren.
Vergrößern So soll Skyways funktionieren.
© Airbus

CityAirbus: Autonomer Flug-Bus

Airbus forscht zudem am elektrisch betriebenen CityAirbus. Damit sollen mehrere Passagiere auf einmal transportiert werden, eine Art fliegender Bus mit mehreren Propellern, die elektrisch betrieben werden – also umweltfreundlich ohne Abgasbelastung. Um den Markteintritt des CityAirbus zu beschleunigen, soll der fliegende Bus zunächst von einem Piloten an Bord gesteuert werden – das Ganze muss man sich dann wie eine Art Helikoper-Taxi vorstellen. Wenn dann die rechtlichen und technischen Probleme gelöst sind (und das nötige Vertrauen bei den einsteigenden Passagieren vorhanden ist), kann der CityAirbus auch ohne Pilot an Bord seine Passagiere befördern.

Auch beim CityAirbus bucht man seinen Sitzplatz per Smartphone-App, begibt sich dann zum nächstgelegenen Hubschrauberlandeplatz und steigt ein. Im Unterschied zu Vahana sitzen im CityAirbus mehrere Passagiere. CityAirbus und Vahana verhalten sich zueinander also wie Linienbus und Carsharing-Auto. Nur dass die Passagiere vom CityAirbus aus einen faszinierenden Blick von oben auf die Stadt haben, während sie im Linienbus im Stau stehen.

Allerdings müssen auch beim CityAirbus noch viele Fragen geklärt werden: Lärmemissionen, Sicherheit (gegen Absturz, Kollision und Hackerangriffe) und Kommunikation mit anderen Luftfahrzeugen.

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